KREUZLINGEN: Der Präsident hört auf

Thomas Gisler gibt die Leitung der Katholischen Kirchgemeinde Ende Juni ab. Er begründet seinen Entscheid mit dem immer höheren Aufwand und der zeitlichen Belastung.

Nicole D’orazio
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Thomas Gisler, Präsident Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Thomas Gisler, Präsident Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Er hat genug: Thomas Gisler, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen, hört Ende Juni 2017 auf. Er begründet den Rücktritt mit den Aufgaben und der zeitlichen Belastung als Präsident, die leider nicht weniger, sondern immer mehr würden, heisst es in einer Mitteilung. Die Vorsteherschaft bedaure den Rücktritt sehr. Sie werde sein grosses Engagement für die Kirchgemeinde, sein lösungsorientiertes und tatkräftiges Wirken und Handeln als Präsident vermissen. Gisler wollte sich gestern nicht weiter äussern.

In den letzten zwei Jahren sah sich die Kirchenvorsteherschaft mit zunehmender Kritik der sogenannten Dialoggruppe an der konservativen Leitung der Pfarrei St. Ulrich konfrontiert und geriet selber immer mehr ins Schussfeld.

Herbe Schlappe für die Behörde

An der Budgetversammlung letzten Dezember musste Gisler schliesslich eine empfindliche Niederlage einstecken: Die Kirchbürger hatten mit deutlicher Mehrheit nicht den Kandidaten der Vorsteherschaft, David Blatter, sondern Alfredo Sanfilippo, der sich auch für den freien Sitz in der Kirchbehörde bewarb, gewählt (unsere Zeitung berichtete). Bereits bei der Vorstellung der Kandidaten im Vorfeld war die Vorsteherschaft kritisiert worden, weil in der Botschaft nur Blatter vorgestellt worden war. An der Versammlung selber fiel Gisler durch seine ablehnende Haltung gegenüber Sanfilippo auf. Gisler war Ende 2009 in die Behörde gewählt worden. Ein Jahr später übernahm er das Präsidium von Beat Krähenmann.

Dialoggruppe hofft auf eine vermittelnde Persönlichkeit

Es sei konsequent von Gisler, dass er zurücktrete, meint Xaver Dahinden, Sprecher der Dialoggruppe. «Er hinterlässt einen Scherbenhaufen.» Die Dialoggruppe hoffe nun auf eine vermittelnde Persönlichkeit, die die Scherben aufräume und auf alle Seiten zugehen könne, als Nachfolger. «Wir möchten nach vorne schauen und uns aufs Positive konzentrieren. Der Weg ist frei für eine neue Lösung und eine neue Politik. Mit Transparenz kann man wieder Vertrauen schaffen.» Die Dialoggruppe werde Namen von möglichen Nachfolgern sammeln und dann auf die Kirchenvorsteherschaft zugehen. «Wir möchten mit ihr zusammenarbeiten.»

Interessenten für das Präsidium sind gebeten, sich bis zum 13. März an die Kirchenvorsteherschaft zu wenden. Die Ersatzwahl ist an der Versammlung vom 22. Mai vorgesehen.