KREUZLINGEN: Der Neue ist ein alter Bekannter

Beat Krähenmann übernimmt von Thomas Gisler das Präsidium der Katholischen Kirchgemeinde. Er hat diese bereits einmal während 14 Jahren geleitet. Nun will er Ruhe und Vertrauen zurückbringen.

Nicole D’orazio
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Beat Krähenmann ist ab 1. Juli Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen. (Bild: Nicole D’Orazio)

Beat Krähenmann ist ab 1. Juli Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen. (Bild: Nicole D’Orazio)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch

«Die Schlagzeilen und die Unruhen in unserer Kirchgemeinde haben mir wehgetan. Ich bin stark mit ihr verbunden», sagt Beat Krähenmann. «Deshalb habe ich zugesagt, als mich die Dialoggruppe anfragte, ob ich das Präsidium übernehme. Ich bin allerdings nicht mit allen Zielen der Gruppe einverstanden.» An der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen am Montag stellte er sich als Nachfolger von Thomas Gisler, der Ende Juni zurücktritt, zur Wahl.

Der Lengwiler ist ein alter Bekannter. Er hatte das Präsidium bereits von 1996 bis 2010 inne und an Gisler übergeben. «Damals hätte ich nie gedacht, dass ich ein zweites Mal übernehmen werde.» Er wolle die Gemeinde bereit für den Pastoralraum machen, die Risse in der Gemeinde kitten und das Vertrauen zurückbringen. «Das kann ich aber nicht alleine. Ich bin auf die Unterstützung aller angewiesen.» Diese werde er einfordern. Krähenmann wurde mit 105 von 143 Stimmen als Präsident und mit 109 Stimmen als Mitglied der Vorsteherschaft gewählt.

Gander dankt Gisler für sein grosses Engagement

«Man konnte jederzeit das Gespräch mit ihm suchen», sagt Pfarrer und Vizepräsident Josef Gander bei der Verabschiedung von Thomas Gisler. «Er hatte es nicht immer einfach. Oftmals werden Probleme personalisiert, und er wurde unfair angegriffen.» Gander dankt dem abtretenden Präsidenten für sein grosses Engagement, sein tatkräftiges Wirken und dass er die Gemeinde in vielen Punkten – zum Beispiel in der Entwicklung des EDV-Bereichs oder in der umsichtigen Personalführung – weitergebracht habe.

Rechtsanwalt Dominik Hasler informiert über das laufende Verfahren betreffend des Glockengeläuts in der Nacht (unsere Zeitung berichtete). Es seien Lärmklagen gegen das Geläut der Kirchen St. Stefan, St. Ulrich sowie der evangelischen Stadtkirche eingegangen. «Lärmklagen sind öffentlich rechtlich. Das heisst, die Stadt ist die erste entscheidende Behörde.» Eine Massnahme gegen die Überschreitung der Lärmschutzverordnung wäre, den Betrieb zu verändern. Die Vorsteherschaft habe deshalb als Test von 22 bis 6 Uhr den Viertelstundentakt eingestellt. «Ende Juni lädt die Stadt alle Parteien zu einem Gespräch ein.»

Park- und Aussenplatz von St. Stefan werden erneuert

Die Versammlung bewilligte einen Kredit von 570000 Franken für die Sanierung des Kirch- und Parkplatzes von St. Stefan. «Der Kiesplatz weist viele Senkungen auf, und die Einfassungen sind teils kaputt», sagt Behördenmitglied Roman Surber. «Es wird alles wieder hergestellt.» Der Platz um die Kirche erhalte einen hellen, langlebigen und belastbaren Boden. Zudem werde die Treppe, die zum Stefanshaus führe, verbreitert. 32000 Franken bewilligten die Stimmbürger für Maler- und kleinere Renovationsarbeiten im Innern von St. Stefan.

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Gewinn von rund 41000 Franken ab. «Wir haben deutlich weniger Steuern eingenommen», sagt Kirchenpfleger Simon Tobler. 10000 Franken werden an eine Pfarrei in Mazedonien gespendet, um neue Kirchenglocken zu finanzieren.

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