Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KREUZLINGEN: Der Hilferuf wird gehört

Kleiner Sieg für die Ladenbetreiber am Boulevard: Anstatt im September will der Stadtrat bereits vor den Sommerferien entscheiden, wie es mit der neuen Verkehrsführung weitergehen soll.
Annina Flaig

Annina Flaig

annina.flaig@thurgauerzeitung.ch

«Wenn sich die Situation nicht verbessert, könnt ihr die Schaufenster ab September mit bunten Bällen füllen.» Das sagte Vincenza Freienmuth an der Infoveranstaltung des Gewerbevereins zur neuen Verkehrsführung Ende März. Damals hiess es nämlich, dass der Stadtrat im September entscheidet, ob die provisorische Verkehrsführung im Stadtzentrum definitiv umgesetzt oder abgebrochen wird. Viele Ladenbetreiber schlugen in die gleiche Kerbe. Das Wehklagen war gross. In einer Medienmitteilung teilt die Stadt nun mit, dass der Entscheid vorgezogen wird. Neu hat der Stadtrat im Sinn, seinen Entscheid bereits vor den Sommer-ferien zu fällen. «Ja, das ist eine Reaktion auf die negativen Rückmeldungen der Gewerbetreibenden», bestätigt Stadtpräsident Thomas Niederberger auf Anfrage. Die Vertreter des sogenannten runden Tischs seien am Donnerstag nochmals zusammengesessen. Dort dabei sind bekanntlich Vertreter der Detaillisten, der Anwohner, der Initianten und der Stadt. Sie haben das Ziel, einen Kompromiss für die 2014 zurückgezogene «Autofrei-Initiative» zu finden.

Die Unzufriedenen schreien lauter

Man sei übereingekommen, dass man, wenn nötig, früher handeln müsse, so Niederberger. Allerdings: «Für die Vertreter des Initiativkomitees sowie die Vertreter des Quartiervereins Bodan ist die Verkehrsphase zu kurz, um definitiv urteilen zu können», steht in der Mitteilung weiter geschrieben. «Es ist schade, wenn schliesslich einfach auf diejenigen gehört wird, die am lautesten schreien», sagt Daniel Moos, Mitinitiant der Autofrei-Initiative. Auch er ist am runden Tisch dabei und damit einverstanden, dass der Stadtrat möglichst bald entscheiden will. «Ich vertraue darauf, dass der Stadtrat den Fokus nicht aus den Augen verliert», sagt Moos. Er erinnert daran, dass 2009 über 60 Prozent der Bevölkerung ja zur Neugestaltung der Hauptstrasse gesagt haben. «Wer die Abstimmungsbotschaft von damals kennt, weiss, dass es unter anderem schon immer um die Vision einer Fussgängerzone ging.» Man dürfe aber auch den Gewerbetreibenden nicht vor den Kopf stossen, sagt Stadtrat Ernst Zülle. «Wenn es den allermeisten ohne die neue Verkehrsführung besser ging, müssen wir die Gnade haben abzubrechen», sagt Zülle. Dazu müsse man aber wissen, ob die neue Verkehrsführung mehr negative als positive Auswirkungen hat. «Die negativen Rückmeldungen sind bisher zwar lauter und emotionaler geäussert worden. Das heisst aber nicht, dass sie in der Mehrheit sind.» Zülle betont, dass es positive Feedbacks gebe. Er weiss von Gewerbetreibenden, die keine Umsatzeinbussen wahrgenommen haben und von Anwohnern, die sich über den Verkehrsrückgang freuen. Die Grundlage für den Entscheid des Stadtrates sind aber keine Einzelmeldungen. Er will seinen Entscheid auf das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage stützen. Diese wird im Mai unter 150 Betrieben und 300 Haushaltungen durchgeführt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.