KREUZLINGEN: Dem Biber auf der Spur

40 Interessierte suchten am Samstag nach dem Biber. Die Exkursion der Pro Natura Thurgau führte über Wurzeln und Geäst auf die Nagespuren dieses geschützten Tieres.

Manuela Olgiati
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Exkursionsleiter Philip Taxböck zeigt den Teilnehmern ein Biberfell. (Bild: Manuela Olgiati)

Exkursionsleiter Philip Taxböck zeigt den Teilnehmern ein Biberfell. (Bild: Manuela Olgiati)

Manuela Olgiati

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Einen Baum von 30 Zentimeter Durchmesser fällt ein Biber in einer Nacht. Angeknabberte frische Baumreste gibt es am Lengwiler Weiher viele. Am frühen Samstagabend bei trockener Witterung machen sich rund 40 Teilnehmer zur Biberexkursion auf. Philip Taxböck, Projektleiter Aktion Biber & Co Ostschweiz, führt die Gruppe versiert durch das Naturschutzgebiet über den Biberdamm zum Neuweiher.

«Welche sind die Feinde des Bibers?», fragt ein Teilnehmer. «Natürliche Feinde wären Wolf, Bär und Luchs», antwortet der Experte. Zu sehen bekamen die Teilnehmer den dämmerungs- und nachtaktiven Biber an diesem Tag nicht. An den Lengwiler Weihern leben sicher zwei Biberfamilien, ist weiter zu erfahren. Die Exkursion der Pro Natura Thurgau zeigt den Besuchern, welche Arbeit der Biber leistet. «Der Biber ist eine Bereicherung für die Natur», sagt Philip Taxböck.

Ein fleissiger Baumeister

Als Damm- und Burgenbauer gestalten Biber ihren Lebensraum und passen diesen stetig an. «Einzelne Bäume kann man mit Gitterzäunen vor dem Annagen schützen», weiss Taxböck. Ein Biber verwertet Bäume nachhaltig. Er frisst die Rinde und baut mit den Stämmen. Durch seine Stau- und Grabarbeiten fördert er

Artenreichtum in Tier- und Pflanzenwelt, erklärt der Experte.

Seit acht Jahren leben auf dem Kreuzlinger Stadtgebiet an den Lengwiler Weihern Biber. Gefällte Bäume, Biberbauten und Fussabdrücke zeugen von der aktiven Präsenz der geschützten Nager. Anschauungsmaterial, welches Taxböck zeigt, stösst auf grosses Interesse. Das Gebiss des Bibers weckt die Neugierde der Kinder. Holzstücke und ein Fell werden vorgeführt. Der Biber selber ist ein reiner Pflanzenfresser, er frisst Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige. Zur Markierung benutzen Biber das Sekret Bibergeil. «Das Bibergeil war wohl neben seinem Fleisch und dem Fell mit ein Grund für sein Aussterben», sagt Taxböck. Denn dem Sekret wird eine Heilwirkung nachgesagt. «Ich bin begeistert von der Exkursion», sagt Mathilde Thurau aus Güttingen. Werner Baumgartner zieht Vergleiche mit dem Biberbau an seinem Wohnort Marthalen. Aus Deutschland kam das Ehepaar Müller angereist: «Wir sind fast an jeder Exkursion der Pro Natura dabei. Der Lebensraum der Biber interessiert uns besonders».

Hinweis

www.pronatura-tg.ch