KREUZLINGEN: Dem alten Ufer entlang

Zum zweiten Mal findet im Seeburgpark die lange Nacht der Bodenseegärten statt: Am 9. September geht es unter dem Motto «Neuland» an den Ursprung des Parks.

Viola Stäheli
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Ein gemütliches Picknick, eine Fahrradtour mit Blick auf den See oder ein Besuch im Tierpark – das alles ist im Seeburgpark möglich. Dabei wäre der ganze Park eigentlich unter Wasser. «Es handelt sich hier um Neuland», erklärt Christian Witzig, der in Kreuzlingen aufgewachsen ist. In den Jahren 1930 bis 1970 mussten an der Hauptstrasse zahlreiche, historische Häuser weichen – und diese landeten zwischen dem heutigen Yacht- und Kursschifffahrtshafen. «Bauschutt und auch Aushub für die neuen, grösseren Häuser wurden hier deponiert», erklärt Witzig. Dabei wurde ein Ziel verfolgt: Den sumpfigen und nicht bewirtschaftbaren Seeanstoss zu einer nutzbaren Fläche umzuwandeln und ein Schutz vor Überschwemmungen zu errichten.

Dieses so entstandene Neuland ist das Fundament des Seeburgparks – und deshalb auch das Motto der diesjährigen langen Nacht der Bodenseegärten. Gastgeber sind die Stadt Kreuzlingen und Kreuzlingen Tourismus, die zum Netzwerk der Bodenseegärten gehören. Am Samstag, 9. September öffnen rund um den Bodensee historische Gärten und Pärke ihre Tore.

Lange Nacht ist gleichzeitig eine Vernissage

«Wir wollen an dieser langen Nacht der Bodenseegärten im Seeburgpark Jung und Alt ansprechen», sagt Claudia Thom, Sachbearbeiterin Departement Gesellschaft. Entsprechend vielfältig ist das Programm (siehe Infokasten). Im Zentrum steht die Zusammenarbeit mit dem Seemuseum. Die lange Nacht der Bodenseegärten ist zugleich die Vernissage für die Sonderausstellung «Neuland im Seeburgpark», die noch bis Ende September geöffnet sein wird. An dieser Ausstellung geht es um die Entstehung des Seeufers und um die Schicksale einiger historischer Kreuzlinger Häuser, die damit verbunden sind. «Auf der Wiesenfläche vor dem Schloss Seeburg gibt es insgesamt sieben Stationen, wo alte Bilder dieser Häuser zu sehen sind. Im Foyer des Seemuseums wird gezeigt, was sich an diesen Stellen heute befindet», erklärt die Museumsleiterin Ursula Steinhauser. Alle diese Häuser wurden abgerissen und sind im Untergrund des Seeburgparkes verschwunden.

Drums2Streets, Ballett und andere Attraktionen

Auch die lange Nacht spielt sich bei diesen Stationen ab. Zusätzlich steht eine Bühne auf dem Gelände. Nebst Auftritten der Ballettschule Kreuzlingen werden Drums2Streets und Aliev Bleh Orkestar für die musikalische Unterhaltung sorgen. Ausserdem gibt es dazu die eine oder andere Überraschung.

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch