Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

KREUZLINGEN: «Das Überangebot an Ladenfläche ist offensichtlich»

Kreuzlingen leidet unter einem Kaufkraftabfluss. Seit dem Frankenschock hat sich das Gefälle noch verstärkt. Viele Läden stehen leer. Die Stadt entwickelt nun eine Nutzungsstrategie für die Geschäftsstrassen im Zentrum. Geleitet wird dieser Strategieprozess durch Paul Hasler vom Kompetenzzentrum Netzwerk Altstadt aus Bern
Urs Brüschweiler
Die Stadt Kreuzlingen sähe die leerstehenden Ladenlokale lieber wieder gefüllt. (Bild: Donato Caspari)

Die Stadt Kreuzlingen sähe die leerstehenden Ladenlokale lieber wieder gefüllt. (Bild: Donato Caspari)

Herr Hasler, es wurde eine Umfrage gemacht bei den Ladenbesitzern und den Eigentümern der Liegenschaften. Was wollte man von ihnen wissen?
Paul Hasler:
Es hat uns interessiert, wie die Detailhändler ihr Geschäftsumfeld im Ortskern wahrnehmen. Insbesondere auch, wie sich die Situation an verschiedenen Lagen unterscheidet. Kreuzlingen ist diesbezüglich sehr inhomogen.

Wer erhielt alles einen Fragebogen?
Hasler:
Man hat Geschäfte berücksichtigt an allen Lagen mit grossem Publikumsverkehr in der Ortsmitte, also etwa an der Löwen-, Bahnhof- und Konstanzerstrasse und an der Hauptstrasse und am Boulevard. Es waren total über 100 Eigentümer und nochmal so viele Geschäftsinhaber.

Derzeit sind Sie mit der Analyse der Antworten beschäftigt. Welche Rückmeldungen erhielten Sie?
Hasler:
Der Rücklauf liegt bei 30 bis 40 Prozent. Für eine Stadt dieser Grösse ist das okay. Es zeigte sich ein reges Interesse am Thema. Das beweisen die vielen Kommentare und Ausführungen auf den Fragebögen. Wir werten diese jetzt aus und fassen sie zu Schlussfolgerungen zusammen, die wir Ende September in Workshops diskutieren wollen. Hier wollen wir die Eigentümer und Ladenbesitzer abholen und mit einbeziehen.

In welche Richtung geht die Reise?
Hasler:
Die schwierige Situation des Detailhandels akzentuiert sich in Kreuzlingen. Symptombekämpfung reicht nicht. Es braucht sicher auch viel Eigeninitiative von den Betroffenen. Wir wollen die Frage, was es jetzt braucht, an den Workshops erörtern. Patentrezepte gibt es keine. Der Prozess soll eine gemeinsame Haltung zur Zukunft des Stadtzentrums definieren.

Gibt es zu viel Ladenfläche in Kreuzlingen?
Hasler:
Das Überangebot ist offensichtlich. Das ist aber ein Effekt, der von aussen kommt, etwa durch die Einkaufszentren an der Peripherie und in Konstanz oder den Internethandel, der Kaufkraft aus dem Zentrum abzieht. Über eine Reduktion der Detailhandelsflächen im Zentrum zu reden, ist unumgänglich.

Das würde heissen, einige müssten aufhören?
Hasler:
Natürlich ist das ein schmerzhafter Prozess. Aber das ist das, was man jetzt miteinander besprechen muss. Man muss definieren: Wo ist überhaupt das Zentrum? Wo in Kreuzlingen will man ein dichtes Ladenangebot anbieten, und wo ergibt es keinen Sinn mehr? Für die Kunden ist nur ein dichtes Ladenangebot ein attraktives Angebot. Der Boulevard mit seinen vielen Banken zwischen den Läden ist eigentlich nur eine mittelmässig dichte Lage. Das sollte man verbessern. Aber dafür muss man die Betroffenen ins Boot holen und diskutieren, was sie mit ihren Erdgeschossflächen machen können.

Paul Dominik Hasler Experte «Netzwerk Altstadt» (Bild: PD)

Paul Dominik Hasler Experte «Netzwerk Altstadt» (Bild: PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.