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KREUZLINGEN: Das Geschäft stockt

Die Rodung und der Verkauf der Parzelle an der Irseestrasse stossen auf Widerstand. Der Stadtrat geht nochmals über die Bücher. Ein Obdachloser, der auf dem Gelände lebt, ist nur eines der Probleme.
Urs Brüschweiler
Auf dem bewaldeten Areal gibt es einige bunkerähnliche Bauten und Baracken. (Bild: Reto Martin)

Auf dem bewaldeten Areal gibt es einige bunkerähnliche Bauten und Baracken. (Bild: Reto Martin)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich hätten am Montag in Emmishofen die Motorsägen aufheulen sollen. Die Stadt Kreuzlingen hatte vorige Woche angekündigt, sie beginne mit der Rodung und Sanierung der Parzelle 8070 an der Irseestrasse (unsere Zeitung berichtete). Das Vorhaben wurde nun vorerst abrupt gestoppt. Doch der Reihe nach: Es ist ein verwunschenes Plätzchen: hügeliges Gelände, bewaldet, durchsetzt mit Bunkeranlagen, Baracken und alten Containern. Feuerwerkfabrikant Müller hatte hier vor langer Zeit seine Raketen und Böller montiert und getestet. Nun wollte die Stadt das Grundstück in der Industrie- und Gewerbezone verkaufen und Wirtschaftsansiedlung betreiben. Mit der Ja-Jireh AG aus Bottighofen hatte man nach einer Ausschreibung einen Investor gefunden, der Kaufvertrag sei praktisch unterschriftsreif. Ein Verwaltungsgebäude und Hochreagllager möchte der Online-Versandhändler hier realisieren. Weil der Boden der Parzelle mit Schwermetallen belastet ist, muss das Gelände jedoch zuerst saniert werden.

Es besteht keine zeitliche Not

Gegen das gesamte Vorgehen gab es nun heftige Einwände von zwei Seiten. Die eine Seite ist Jost Rüegg, Kantonsrat und bekannter Umweltpolitiker. Er wandte sich umgehend an die Stadt und forderte einen Marschhalt. «Es ergibt keinen Sinn, bereits jetzt mit der Rodung des Geländes zu beginnen, solange weder ein Kaufvertrag unterzeichnet ist noch eine Baubewilligung vorliegt.» Und der Stadtrat solle auch die geplante Nutzung des Geländes grundsätzlich nochmals überdenken. Die andere Seite möchte derzeit nicht öffentlich Auskunft geben. Ihre Beweggründe decken sich aber weitgehend.

Die Rodung wird ausgesetzt

Mit ihrer Argumentation haben die beiden noch keine Kurskorrektur erreicht, aber zumindest eine Denkpause. «Der Stadtrat wird die geplante Sanierung der Parzelle auf das Baubewilligungsverfahren abstimmen», heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Konkret wird die Rodung vorerst ausgesetzt. Am nächsten Dienstag werde der Stadtrat an seiner nächsten Sitzung das weitere Vorgehen entscheiden. Wie Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass erläutert, werde man einerseits besprechen, ob die Rodung und Sanierung schon jetzt durchgeführt werde, oder erst, wenn eine Baubewilligung vorliege. Auch die Frage der Opponenten, ob das Gebiet nicht doch ein Park oder etwas Ähnliches bleiben soll, werde der Stadtrat beantworten. Solche Pläne gab es vor einiger Zeit, sie wurden aber Zu Gunsten einer Industrieansiedlung verworfen.

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