KREUZLINGEN: Das Ei des Kolumbus ist gefunden

Eine neue Lösung für die Sanierung des Altbaus des Alterszentrums Kreuzlingen liegt vor. Die Treppe kann, wie von der Denkmalpflege verlangt, stehen bleiben, ohne dass deshalb die Bettenzahl reduziert werden muss.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Zukunft der Treppe im Innenhof des Altbaus ist gesichert. (Bild: Donato Caspari)

Die Zukunft der Treppe im Innenhof des Altbaus ist gesichert. (Bild: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. Das Team der Frauenfelder Architekten Antoniol und Huber und Partner hat einen Vorschlag für die Sanierung des Hauses A West ausgearbeitet. Knapp zwei Monate hatte der Autor des 70er-Jahre-Baus, Kurt Huber, dafür Zeit, den Beweis zu liefern, dass das Treppenhaus den Sanierungsplänen nicht zum Opfer fallen muss. Es ist ihm offenbar gelungen, ein Projekt auszuarbeiten, dass die aus denkmalpflegerischer Sicht wertvollen Stufen erhalten werden und gleichzeitig die geforderten 61 Betten im Haus untergebracht werden können. Dies teilten der Vorstand des Alterszentrums und die Geschäftsführerin gestern mit.

Die ursprünglichen Pläne sahen vor, die Treppe abzureissen, um zusätzlichen Raum zu gewinnen (unsere Zeitung berichtete). Die Denkmalpflege hatte bekanntlich massive Einwände und forderte eine Rücksprache mit Architekt Huber. Als Begründung wurde die Bedeutung des Baus als Werk der Nachkriegsmoderne angeführt.

Zimmer werden zu Oasen

Präsident Carl Ruch betont, dass die Anzahl der Betten mit dem neuen Projekt nicht verändert worden ist. Ein Unterschied sei, dass neu zwei sogenannte Pflegeoasen, dafür etwas weniger Einzelzimmer vorgesehen sind. In den Pflegeoasen würden vier Bewohner in einem Raum einquartiert, die eine intensivere Überwachung durch das Pflegepersonal benötigen als andere. Mit solchen Pflegeoasen wird in anderen Heimen bereits gearbeitet. Geeignet sind sie für sehr Betagte und für Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz. «Es lag einfach auf der Hand, im Zuge einer neuen Lösung die Pflegeoasen, mit denen wir schon lange liebäugeln, in Betracht zu ziehen», sagt Geschäftsführerin Anna Jäger. Quadratmeter gut gemacht wurden gemäss Jäger besonders bei den Nebenräumen für die Infrastruktur. Ausserdem sei die gesamte Raumeinteilung leicht angepasst worden, heisst es weiter.

Das Alterszentrum hat dem Büro Antoniol und Huber den Auftrag erteilt, die Detailplanung voranzutreiben und das Projekt bis zur Baubewilligung zu konkretisieren. Festhalten will die Genossenschaft am Kostenrahmen von 16 Millionen Franken. «Das neue Projekt darf auf keinen Fall teurer werden. Das ist unsere Auflage», sagt Carl Ruch.

Ein Mantel für die Treppe

Der Präsident des Vorstands macht keinen Hehl daraus, dass ihm die erste Lösung mindestens ebenso gut gefallen hat. Der Nutzen der besagten Treppe sei nämlich fraglich, weil sie die meisten Bewohner wegen ihrer Gehhilfen gar nicht benützen können. Kommt hinzu, dass das Treppenhaus im Zuge der Sanierung mit Glasbausteinen «eingepackt» werden muss – aus Gründen des Feuer- und Schallschutzes. Die Treppe bekommt also eine Art Mantel und wird nicht mehr gleich einsehbar sein wie heute.

Doppelte Honorarkosten

Den bisherigen Architekten, Hubert Bischoff, habe man über die neue Ausgangslage informiert, erklärt Carl Ruch. Logischerweise sei er nicht glücklich darüber, dass sein Projekt nicht umgesetzt werde. Bischoff dürfe die Honorare für seine Leistungen natürlich verrechnen. Wie hoch dieser Betrag sein könnte, konnte Ruch noch nicht sagen. Das Teilprojekt für den Umbau der Küche und den Anbau des Wintergartens darf Bischoff weiter betreuen. Ein Baugesuch hierfür soll demnächst eingereicht werden.

Das Detailprojekt für den Umbau des Bewohnertrakts soll bis Mitte Jahr fertig sein. «Wir sind überzeugt, dass es gut kommt», betont Anna Jäger. Auch wenn man nun Abstriche bei den Quadratmetern machen müsse, sei die Sanierung ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte.

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