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KREUZLINGEN: CVP nominiert Ernst Zülle als Kandidat fürs Stadtpräsidium

Der Kreuzlinger Bauchef und Stadtrat stellt sich für die Ersatzwahl des zurücktretenden Stadtpräsidenten Andreas Netzle zur Verfügung. Die Wahl findet am 26. November statt.
Nicole D' Orazio
Stadtrat Ernst Zülle (Bild: Donato Caspari)

Stadtrat Ernst Zülle (Bild: Donato Caspari)

Er macht’s. Ernst Zülle kandidiert als Nachfolger von Andreas Netzle als Stadtpräsident von Kreuzlingen. Die CVP hat den Stadtrat, der das Departement Bau leitet, am Freitag an der Jahresversammlung nominiert und hat ihm gegenüber Alfredo Sanfilippo den Vorzug gegeben. «Ich habe mir das gründlich überlegt», sagt der 57-Jährige. «Das Präsidium ist eine grosse Herausforderung, die man mit Herzblut und vollem Engagement ausüben muss. 100 Prozent für die Stadt.» In den zweieinhalb Jahren als Stadtrat habe er vertiefte Einsicht in die Arbeit von Andreas Netzle erhalten. «Ich habe das mit meinen Kompetenzen abgewägt und traue mir den Job zu.»

Zudem sei er mit seiner Doppelfunktion als Stadtrat und Zentralsekretär der Syna nicht ganz glücklich. «Das Präsidium ist eine Vollzeitstelle und wäre eine gute Lösung für mich», meint Zülle. Er sei sich bewusst, dass der Stadtpräsident viele repräsentative Aufgaben in seiner Freizeit wahrnehme. Er habe das mit seiner Familie besprochen. «Ich bin bereit, die volle Energie aufzubringen.» Auch ist ihm bewusst, dass er als Stadtpräsident noch mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen würde. «Man braucht einen breiten Rücken und muss kritikfähig sein.» Das habe er schon bewiesen und zolle auch den Gegnern Respekt.

Beziehung Stadt- und Gemeinderat verbessern

Zülle möchte zusammen mit dem Team an der Beziehung zwischen dem Gemeinde- und dem Stadtrat arbeiten. «Es braucht einen respektvollen Umgang und eine vertiefte Zusammenarbeit», findet er. Das Gleiche gilt für die Beziehungen zu Konstanz. Diese seien nicht mehr so eng wie zu Zeiten von Alt-Stadtammann Josef Bieri. «Es besteht noch Luft nach oben. Kreuzlingen und Konstanz sind eine Stadt. Wir müssen unsere Infrastruktur anpassen und besser zusammenarbeiten.»

Als Stadtpräsident hätte Zülle neu die Finanzen unter sich. «Ich bin zum zweiten Mal zum Präsidenten der Pensionskasse der Baumeister gewählt worden und gehöre auch bei der FAR, der Stiftung für einen flexiblem Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe, dem Stiftungsrat an.» Dort werden Gelder in der Höhe von 1,5 Milliarden Franken verwaltet. «Ich habe also viel mit Geld zu tun und traue mir das Ressort Finanzen zu.» Er kenne die Stadtfinanzen gut, da er als Gemeinderat lange der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission angehörte und diese auch eine Zeit lang präsidierte.
Da Andreas Netzle am 31. Juli zurücktrete, habe er von ihm bereits jetzt den Lead beim Stadthaus übernommen, sagt Zülle. Als Stadtpräsident würde er das Grossprojekt weiterhin leiten, sofern der Stadtrat zustimmt. «Das gilt auch für das Reka-Dorf und die Ortsplanungsrevision.» Beim «Egelsee» liege die Führung hingegen bei Dorena Raggenbass, er sei ihr Stellvertreter. «Das wird ab 1. August im Allgemeinen der Fall sein. Dann übernehme ich das Amt des Vize-Stadtpräsidenten ad interim.»

Für eine freie, aber sozial faire Marktwirtschaft

Zülle sieht sich politisch als Mann der Mitte, eher im linken Flügel. «Die Konservativen halten mir immer wieder vor, dass ich ein Linker sei, weil ich bei der Gewerkschaft arbeite.» Er befürworte eine freie Marktwirtschaft, aber nur wenn sie sozial gerecht sei. Er schaue die Gewerbler und Industriellen nicht als Gegner an. «Ich bin für einen guten Umgang mit den Arbeitgebern. Sie schaffen Arbeitsplätze und sollten gute Rahmenbedingungen vorfinden.» Er sei zudem seit zwölf Jahren Präsident der paritätischen Vollzugskommission des Schweizer Gleisbaus. «Das sollte Beweis genug sein», sagt Zülle.
Sowieso gehe es bei der Arbeit im Kollegium nicht um die Partei, sondern um das jeweilige Projekt, betont er. «Wir müssen im Stadtrat zusammenarbeiten. Für Kreuzlingen. Das ist das Wichtigste.»

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