KREUZLINGEN: «Case Management» lohnt sich

Säumige Prämienzahler werden seit 2015 konsequent bearbeitet.

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Die öffentliche Hand bezahlt Millionenbeiträge an die Krankenkassen von Versicherten, welche ihre Prämien nicht bezahlen. Diese Feststellung war für SVP-Gemeinderätin Irène Herzog Anlass mit einer schriftlichen Anfrage an den Stadtrat zu gelangen, um in Erfahrung zu bringen, wie sich die Situation bei den Sozialen Diensten in Kreuzlingen darstellt. Mittels des sogenannten «Case Management» versuchen die Gemeinden die säumigen Zahler dazu zu bringen, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Man habe dieses Konzept im April 2015 intensiviert, schreibt der Stadtrat nun in seiner Antwort und kommt zum Schluss: «Die Professionalisierung und Intensivierung hat sich in finanzieller Hinsicht in jedem Fall gelohnt.» Abzuwarten sei die Langzeitauswirkung. Die veränderten Vorzeichen durch eine beharrliche und konsequente Vorgehensweise würde aber voraussichtlich Signale bei den säumigen Zahlern auslösen. Konkret habe man die Zusammenarbeit mit dem Betreibungsamt sowie der Kantonspolizei intensiviert und ausgebaut. Im Rahmen des «Case Management» würden konsequent Zahlungen der Stadt Kreuzlingen zurückgefordert, Zahlungsvereinbarungen getroffen und allenfalls betreibungsrechtliche Forderungen gestellt. Die in der Antwort angeführten Zahlen belegen den Erfolg des intensivierten Konzepts. 169 Dossiers seien seit 2015 durch das «Case Management» begleitet worden, 141 dieser Personen bezahlen nun ihre Krankenkassenprämien.

Wer sich nicht meldet, erhält eine Busse

Personen mit Prämienausständen erhielten zunächst eine Gesprächseinladung. Wer sich daraufhin nicht melde, dem drohe eine Busse zwischen 250 und 400 Franken. Bei Ausländern werde zudem das Migrationsamt informiert.

Die Kosten der Verlustscheine seien seit 2013 immer gestiegen. Mit der Intensivierung des «Case Management» habe man diesem Trend entgegengewirkt. Man schätzt, dass die aufgelaufenen Verlustscheinforderungen seither um rund 200000 Franken tiefer sind, als sie ohne das «Case Management» wären. 2016 seien von Schuldnern gesamthaft knapp 250000 Franken eingegangen. Im Vorjahr waren es noch 140000 Franken.

Den Aufwand, den die sozialen Dienste dafür trieben, habe sich bei 50 bis 60 Stellenprozenten eingependelt. Dank Effizienzsteigerungen und Umstruktierungen konnte man das bisher ohne Personalaufstockung leisten.

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch