KREUZLINGEN: Blatter will es nochmals wissen

Er war der erste Stadtrat der SVP, jetzt möchte er auch der erste Stadtpräsident der Partei werden. Der 50-jährige David Blatter tritt zur Wahl am 26. November an.

Urs Brüschweiler
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Stadtpräsident-Kandidat David Blatter (vorne) mit einem Teil seines Wahlkomitees aus den Reihen der SVP: Nico Keller, Hansjörg Gremlich, Irene Herzog, Bruno Rieser und Petra Kuhn. (Bild: Urs Brüschweiler)

Stadtpräsident-Kandidat David Blatter (vorne) mit einem Teil seines Wahlkomitees aus den Reihen der SVP: Nico Keller, Hansjörg Gremlich, Irene Herzog, Bruno Rieser und Petra Kuhn. (Bild: Urs Brüschweiler)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Es ist ein schöner Freitagabend in der Gartenbeiz des «Besmer», dem Vereinslokal der SVP Kreuzlingen, mit der tollen Aussicht über die Stadt und den See. Die Stimmung ist gut. Einerseits weil die knapp 25 anwesenden Parteimitglieder ihr Sommerfest feiern. Aber vor allem auch, weil die SVP mit der Nomination von David Blatter nun im spannenden und bedeutenden Wahlherbst um das Kreuzlinger Stadtpräsidium mit von der Partie ist. «Wir sind froh, dass wir mit ihm einen starken und motivierten eigenen Kandidaten stellen können», sagt Co-Parteipräsidentin Irene Herzog. David Blatter habe früh von sich aus sein Interesse angemeldet. Andere Interessenten habe man keine gesucht. Der Parteivorstand habe grünes Licht gegeben, bevor nun am vergangenen Freitagabend die Parteibasis folgte. Nur eine einzige Gegenstimme gab es bei der Abstimmung, nachdem der Bewerber zuvor eine knappe Stunde den Mitgliedern Red und Antwort gestanden war. Irene Herzog erklärte, dass man schon mit der Einladung zur Versammlung alle rund 70 Mitglieder angefragt hatte und ausschliesslich positives Feedback zur Kandidatur Blatters erhalten habe. Der 50-jährige Blatter zeigte sich im Anschluss entschlossen und motiviert für den Wahlkampf um die Nachfolge des abgetretenen Andreas Netzle.

Transparenz, Offenheit und eine gute Streitkultur

«Kreuzlingen hat Potenzial. Es wird von seinen Einwohnern unterschätzt.» Dieses Selbstwertgefühl wolle er wecken. «Wir haben in vielen Bereichen sehr viel zu bieten. Die Stadt ist eine Perle, die wir pflegen müssen.» Seine Anliegen seien eine gute Kommunikation, Transparenz und Offenheit. «Es soll auch gestritten werden in der Politik.» Das werde zwar heute schon, aber konstruktiver müsste es sein. Als grossen Trumpf sieht er seine Erfahrungen in der Kreuzlinger Politik, die er als künftiger Stadtpräsident einbringen wolle. In der Tat ist David Blatter natürlich bestens bekannt. Nach acht Jahren im Gemeinderat, wurde er 2007 als erster Vertreter der SVP in den Stadtrat gewählt. Er war im Departement Dienste zuständig unter anderem für die Technischen Betriebe, den Stadtbus und die Feuerwehr. Nach seiner zweiten Amtszeit trat er 2015 jedoch nicht zur Wiederwahl an. Die Teilzeittätigkeit als Stadtrat und die sich daraus ergebende Kumulation mit anderen Aufgaben, sei am Ende nicht mehr befriedigend gewesen. «Als Stadtpräsident habe ich die Chance, mich zu 100 Prozent für Kreuzlingen einzusetzen.» Nach der Bekanntgabe seines Rücktritts aus dem Stadtrat hatte der Familienvater 2015 als Schulpräsident kandidiert, reüssierte aber nicht. Entmutigt habe ihn das nicht. Ebenso wenig wie die Nichtwahl in die Katholische Kirchenvorsteherschaft letzten Dezember. Seit zwei Jahren ist Blatter Gemeindeschreiber in Langrickenbach. «Der Gemeinderat wünscht sich nicht, dass ich gehe. Aber sie würden sich dennoch für mich freuen.»