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KREUZLINGEN: Bei den Patres Schulden begleichen

Die Vorsteherschaft der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen will den Redemptoristen für das Priesterhaus 450 000 Franken bezahlen. Dies in Anlehnung an einen fast 90jährigen Vertrag, der nun aufgelöst werden soll.
Annina Flaig
Das Priesterhaus beim Kirchlein wurde von den Redemptoristen bezahlt. (Bild: Donato Caspari (21.11.2014))

Das Priesterhaus beim Kirchlein wurde von den Redemptoristen bezahlt. (Bild: Donato Caspari (21.11.2014))

«Wieso muss sich Pater Gander hier vor allen ausziehen?» Mit dieser Frage im übertragenen Sinne nahm am Montagabend ein Kirchbürger seinen Pfarrer in Schutz, als dieser von einem Anwesenden gelöchert wurde und schliesslich über die bescheidenen finanziellen Verhältnisse der Patres von Bernrain berichtete. Es war der Zeitpunkt, als die Diskussion um die Vereinbarung zum Auszug der Patres aus dem Priesterhaus vielen der rund 50 anwesenden Kirchbürger im Stefanshaus zu weit ging.

Für die Redemptoristen gibt es keine Nachfolger

Die Diskussion ausgelöst hatte am Montag ein Informationsabend der Kirchenvorsteherschaft der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen im Stefanshaus. Es ging um die Vereinbarung zum Priesterhaus neben dem Kirchlein Bernrain. Diese wird an der nächsten Versammlung zur Abstimmung kommen. Sie regelt den Auszug der Redemptoristen aus dem Priesterhaus, der in den nächsten Jahren bevorsteht. Die Redemptoristen werden auch Patres von Bernrain oder Hilfspatres genannt. «Wenn in der Region ein Pfarrer fehlte, kamen die Redemptoristen zum Einsatz», erklärte Josef Gander die Hintergründe seiner Ordensgemeinschaft.

Heute sind die Redemptoristen in Kreuzlingen alle über 70 Jahre alt. Nachfolger zu finden ist laut Thomas Gisler, Präsident der Kirchgemeinde, nicht möglich, da es in der Schweiz keine jüngeren Redemptoristen mehr gibt. Einer der jüngsten Verbliebenen ist der Kreuzlinger Pfarrer Josef Gander. «Eine Epoche geht zu Ende», sagte dieser, als er auf die Geschichte der Patres von Bernrain zurückblickte.

Das Priesterhaus wurde Ende der 20er-Jahre gebaut. Es steht auf dem Land der Kirchgemeinde und gehörte ihr schon immer. Finanziert wurde es allerdings durch ein Darlehen der Redemptoristen. In einem Vertrag von 1929 wurde Folgendes festgehalten: «Sollten die Hilfspriester je Bernrain verlassen müssen, so wird die Kirchgemeinde ihnen den derzeitigen Kaufwert der Gebäulichkeiten vergüten». Knackpunkt: Bezieht sich die Formulierung «derzeitiger Kaufwert» auf denjenigen aus dem Jahr 1929 oder auf den heutigen? Darüber verhandelten der Anwalt der Redemptoristen und derjenige der Kirchgemeinde.

«Ein Rechtsstreit mit den Patres wäre beschämend»

Das Priesterhaus werde auf einen Wert zwischen 600 000 und 700 000 Franken geschätzt. In der neuen Vereinbarung wird eine Entschädigung in der Höhe von 450 000 Franken zugunsten des Vereins Hilfswerk St. Klemens als Rechtsnachfolger der Redemptoristen festgelegt. «Ein gut schweizerischer Kompromiss», sagte der Anwalt der Kirchgemeinde, Dominik Hasler. Er betonte, dass dies eine absolut vertretbare Lösung sei. «Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Redemptoristen sich während Jahrzehnten verdankend für diese Kirchgemeinde eingesetzt haben.» Die grosse Mehrheit der Votanten äusserte sich wohlwollend zur Vereinbarung und stellte sich hinter die Redemptoristen. «Es wäre eine beschämende Haltung, wenn man jetzt, wo die Herren im hohen Alter sind, und nach allem, was sie für die Gemeinde getan haben, einen Rechtsstreit austragen würde», sagte einer abschliessend.

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