KREUZLINGEN: Autos dürfen wieder übers Gleis

Der Bahnübergang an der Freiestrasse ist ab morgen wieder offen. Der Kanton hat sich gegen eine definitive Sperrung ausgesprochen.

Nicole D’orazio
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Die Schranke am Bahnübergang Freiestrasse öffnet sich ab Freitag auch wieder für den Individualverkehr. (Bild: Donato Caspari)

Die Schranke am Bahnübergang Freiestrasse öffnet sich ab Freitag auch wieder für den Individualverkehr. (Bild: Donato Caspari)

Nach vier Jahren dürfen Autofahrer ab morgen den Bahnübergang an der Freiestrasse/Klein Venedig wieder überqueren. Die Stadt muss ihn nach der provisorischen Sperrung wieder freigeben, wie es in einer Mitteilung heisst. Das kantonale Departement für Bau und Umwelt (DBU) habe ein definitives Fahrverbot abgelehnt. «Ich war von diesem Entscheid negativ überrascht», sagt Ernst Zülle, Stadtrat Departement Bau. «Wir hatten 2013 den Bahnübergang im Zuge der Sanierung der Seestrasse und als flankierende Massnahme der Schliessung des Hauptzolls gesperrt. Wir wollten den Parkplatzsuchverkehr im Quartier senken.» Das Passieren des Bahnüberganges sei für den Langsamverkehr und für Notfallfahrzeuge nach wie vor erlaubt gewesen. «Auch bei Spezialtransporten hat man eine Ausnahme machen können.» Man habe eine Verkehrszählung durchgeführt und sei mit weniger Autos im Quartier auf gutem Weg gewesen. Deshalb habe man beim DBU die definitive Schliessung beantragt, sagt er.

Doch dieses hat befunden, dass die Verkehrsentlastung von rund zehn Prozent in der Freie- und Weinstrasse zu gering und unverhältnismässig sei, da auf den Hauptachsen Mehrfahrten erfolgen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Suchverkehr wird wieder zunehmen

«Die Situation ist heute eine andere als 2013», sagt Zülle. Im Sommer werde zum Beispiel der Talent-Campus an der Seestrasse eröffnet und der Einkaufstourismus sei nicht zurückgegangen. «Ich bin sicher, dass der Suchverkehr im Bereich Klein Venedig wieder zunimmt.» Gut möglich, dass es mehr als zehn Prozent sein werden. Man müsse die Anwohner davor schützen, sagt der Stadtrat. «Wir werden nun über längere Zeit, rund ein halbes Jahr, den Verkehr beobachten und messen. Bei Bedarf stellen wir einen erneuten Antrag. So schnell gebe ich nicht auf.»

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch