KREUZLINGEN: Auf der Bühne bleiben alle brav

Bei einer Podiumsdiskussion im Dreispitz sind die fünf Kandidaten und eine Kandidatin fürs Stadtpräsidium erstmals vor Publikum aufeinandergetroffen. Rund 450 Personen folgten der Einladung der Quartiervereine und der TZ.

Nicole D’orazio
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Blick von der Bühne ins Publikum. Der Saal im Dreispitz ist sehr gut besetzt. (Bilder: Donato Caspari)

Blick von der Bühne ins Publikum. Der Saal im Dreispitz ist sehr gut besetzt. (Bilder: Donato Caspari)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

«Ich dachte, ich wüsste nach heute Abend, wen ich wähle», sagt eine Kreuzlinger Stimmbürgerin nach dem Wahlpodium mit den sechs Kandidaten fürs Stadtpräsidium. «Doch ich weiss es nun noch weniger. Alexander Salzmann hat mich zum Beispiel inhaltlich überrascht. Thomas Niederberger finde ich nicht schlecht. Oder bleibe ich doch bei Ernst Zülle?» Ihre Kollegin antwortet: «Ich weiss nun einfach, wen ich sicher nicht wählen werde.» Rund 450 Personen sind am Dienstagabend in den Dreispitz gekommen, um die Kandidaten im Direktvergleich zu sehen. Der Saal war voll, was man danach besonders beim Apéro gemerkt hatte. Es war sehr eng im Foyer. Und das Bier ist schon nach kurzer Zeit ausgegangen.

Alle Kandidaten haben sich in Schale geworfen. Bis auf Jörg Stehrenberger, der ein legeres Outfit wählte und sich jeweils demonstrativ lässig auf das Stehtischchen lehnt. Auf der Bühne bleiben die Bewerber brav, fallen sich kaum ins Wort und gifteln sich nur wenig an. Einzig Zülle, Salzmann und David Blatter widersprechen sich ab und zu. Auf die Fragen, die sie vorher nicht kannten, antworten die Kandidaten in der Regel souverän. Stehrenberger holt gerne weit aus, und Edith Wohlfender kommt ab und zu etwas ins Stocken. Die Moderatoren, die TZ-Redaktoren Urs Brüschweiler und Martina Eggenberger, haben das Gespräch im Griff.

Die Ausländer sollen stärker eingebunden werden

Aus dem Publikum kommen einige Fragen. Zum Beispiel wie die Kandidaten zum Ausländerwahlrecht auf kommunaler Ebene stünden. David Blatter (SVP), Alexander Salzmann (FDP) und auch Ernst Zülle (CVP) empfehlen, dass sich mehr Ausländer einbürgern lassen sollen. Thomas Niederberger (parteilos) glaubt an Möglichkeiten der Partizipation, und Edith Wohlfender (SP) möchte den Ausländerbeirat besser ins politische Geschehen einbeziehen. Jörg Stehrenberger (parteilos) findet, wer ein Haus kaufen könne, sollte auch abstimmen dürfen. Zülle wünscht sich, dass Mitglieder des Ausländerbeirates öfters an die Gemeinderatssitzungen kommen würden. «So kann man danach besser miteinander diskutieren.» Salzmann findet, dass sich die Legislative mit dem Ausländerbeirat treffen sollte. «So wie mit den Konstanzer Kollegen.»

Alle wollen das neue «Egelsee»

Oft sind sich die Kandidaten einig, wie beim sanierten und erweiterten Familien- und Freizeitbad Egelsee. Alle stehen hinter dem Projekt und weibeln um die Zustimmung der Bevölkerung. «Ich stehe nach wie vor dahinter», findet Blatter. Das letzte Projekt sei jedoch wirtschaftlicher gewesen. Salzmann war 2014 gegen die Schwimmhalle, findet das neue Projekt aber fantastisch gut. «Es ist auch ökologisch gut vertretbar, da kein Öl mehr eingesetzt wird und das Bad so keine Energieschleuder mehr ist», sagt Wohlfender. Stehrenberger glaubt, dass das Projekt vom Volk knapp angenommen wird, weiss aber, dass Widerstand von einer grossen Partei kommen wird. «Bei einem Nein muss dann aber im Hörnli eine Traglufthalle her.»