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KREUZLINGEN: Auf dem Abstellgleis

Gemeindepräsident Hans Feuz will gegen die geplante Aufhebung der Linie 922 kämpfen. Der Bahnhof wäre dann vom Busnetz abgeschnitten. Auch sonst sei das Dorf in der Sackgasse gelandet.
Nicole D'orazio
Der 922er-Bus fährt am Bahnhof Altnau los. (Bild: Reto Martin)

Der 922er-Bus fährt am Bahnhof Altnau los. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Hans Feuz fühlt sich wie im falschen Film, seit er letzte Woche die Pläne des Kantons für den Öffentlichen Verkehr ab 2019 angeschaut hat. «Für Altnau bedeuten die Pläne einen Kahlschlag», sagt er. Denn die Buslinie 922, die vom Bahnhof Altnau nach Lengwil und zum Ekkharthof fährt, soll eingestellt werden. Ein herber Verlust. Dabei werde das Angebot gut genutzt. «Unser Bahnhof ist dann vom Bussystem abgeschnitten.» Die nächste Haltestelle sei «Längjacker», etwa 400 Meter weiter oben. Den Rest müsse man zu Fuss zurücklegen. «Das wird sehr knapp, wenn man auf den Zug muss. Vor allem für Personen, die nicht mehr so gut zu Fuss sind. Wenn jemand von Altnau nach Weinfelden möchte, hat er ab 2019 viel länger, sollte das so wirklich realisiert werden», ärgert sich Feuz.

Hinzu kommt, dass die Linie 923, die Kreuzlingen mit Altnau – und einmal in der Stunde mit Güttingen – verbindet, eine Kursänderung erfahren soll. Der Bus fährt dann nicht mehr über das Blindenzentrum Landschlacht nach Altnau, sondern der Seestrasse entlang. Im Dorf würden einige Haltestellen wegfallen, sagt Feuz. «Und mit dem Bus sind Altnau und Güttingen nicht mehr verbunden, denn das Nachbardorf wird mit dem 923er nicht mehr angefahren.» Laut dem Kanton aus Zeitgründen.

Pläne nur schwer nachvollziehbar

Für Feuz sind all diese Pläne schon fast eine Zumutung und schwer nachvollziehbar. Seine Gemeinde sei auf dem Abstellgleis des öVs gelandet, moniert er. «Altnau wäre nur noch an Kreuzlingen angeschlossen. Das kann doch nicht sein.» Die Wege würden für die Einwohner allgemein länger und mühsamer. «Und ein Anschluss nach Amriswil ist anscheinend weiterhin ein Traum von uns, der nicht realisiert wird.» Dass Güttingen genau diesen erhält, mag er den Nachbarn allerdings gönnen. «Aber auch von uns gehen viele nach Amriswil oder Romanshorn einkaufen.»

Feuz will das alles nicht auf sich sitzen lassen. «Ich habe in Frauenfeld interveniert. Wir werden mögliche Vorschläge in der Vernehmlassung vorbringen.» Zum Beispiel, dass der 923er neu den Bahnhof anfährt. «Da müssen wir uns aber noch überlegen, wie der Bus dort wenden kann.» Unterstützung erhält er von Ciril Schmidiger, dem Gemeindepräsidenten von Lengwil. Auch der hat keine Freude, dass der 922er eingestellt werden soll. «Die Linie ist wichtig, vor allem auch für den Ekkharthof. Viele Bewohner und Angestellte wären betroffen.» Er werde sich für den Erhalt der Linie einsetzen, sagt Schmidiger. Mit den anderen betroffenen Gemeindepräsidenten werde er sich austauschen. «Wir hatten teils schon Kontakt.» Es gehe ihm etwas gegen den Strich, dass der öV einerseits ständig ausgebaut werden soll, dies aber in den ländlichen Gebieten nicht der Fall sei. «Ich finde das nicht sehr schlau.» Auch Bottighofen und Münsterlingen wollen für den 922er kämpfen.

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