KREUZLINGEN: Alle stehen hinter dem neuen Bad

Die Regionalplanungsgruppe unterstützt die Sanierung und Erweiterung des Thermalbades Egelsee. Die meisten Schulen und Gemeinden des Bezirks planen, einen Beitrag zu leisten. In der Stadt wird die Volksabstimmung auf März 2018 verschoben.

Nicole D’orazio
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Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Nicht alle wollen bezahlen, doch ideell sind alle dafür: Die Gemeinden der Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen stehen hinter der Sanierung und Erweiterung des Thermalbades Egelsee. Die Gemeinderäte der Regio Kreuzlingen haben Beiträge von ins- gesamt rund 160000 Franken an die jährlichen Betriebskosten – vorerst für zehn Jahre – in Aussicht gestellt, heisst es in einer Mitteilung. Das sei deutlich mehr, als die 120000 Franken, die sich die Verantwortlichen des Bades von den Nachbargemeinden erhofften. Hinzu kommen rund 80000 Franken, welche Schulgemeinden im Bezirk leisten wollen.

«Damit zeigt sich die Regio Kreuzlingen solidarisch mit der Stadt und leistet voraussichtlich einen jährlichen Betriebskostenbeitrag an das Thermalbad von rund 240000 Franken», sagt Regio-Präsident René Walther. In Tägerwilen wird die Gemeindeversammlung im Mai zudem über einen Investitionsbeitrag von einer halben Million Franken abstimmen. Aller Voraussicht nach sei Tägerwilen allerdings die einzige Gemeinde, die etwas an die Investitionen bezahlt.

Stärkeres Bewusstsein für Zusammenarbeit

Schon dem letzten Projekt, das die Kreuzlinger Stimmbürger im September 2014 abgelehnt hatten, seien die Aussengemeinden grundsätzlich positiv gegenüber gestanden, sagt Walther. Es hätten nur wenige einen Beitrag leisten wollen. Das habe sich geändert. «Die Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten wie dem Siedlungskonzept hat das Bewusstsein gefördert, mehr zusammenzuspannen.» Die kleineren Gemeinden hätten zum Beispiel bei der Raumplanung von Kreuzlingen profitieren können, nun wollten sie etwas zurückgeben. Es sei jedoch so, dass einige Gemeinden im Bezirk keinen Beitrag leisten wollen, da deren Einwohner eigene oder andere Hallenbäder nutzen, sagt Walther. «Das sind Gemeinden, die nach Frauenfeld und Weinfelden orientiert sind.» Die Gemeindepräsidenten der Regio hofften dennoch unisono, dass der Kreuzlinger Souverän am 4. März 2018 dem Projekt zustimme.

Damit hat sich der Abstimmungstermin in Kreuzlingen verschoben. Bisher war von Ende November 2017 die Rede. «Das stimmt. Wir mussten den Termin um drei Monate nach hinten schieben», sagt der Kreuzlinger Schulpräsident René Zweifel. Man habe mit dem 4. März 2018 einen Blankotermin gewählt, weil so eine hohe Stimmbeteiligung erwartet werde. Der Grund sei, dass man die Kosten für die Sanierung des Bades nicht schon bis im Juni genau planen könne. «Die Kosten wären in der Botschaft mit einer Abweichung von 20 bis 25 Prozent zu wenig detailliert. Das wollte ich nicht.» Genaueres zu den Kosten kann er noch nicht sagen. «Nur dass die ganze Anlage unter 30 Millionen kosten soll.» Er freut sich über die angekündigten Beiträge der Aussengemeinden. «Diese erhalten im Gegenzug Rabatt bei den Jahresabos und die Schulen müssen nur einen Drittel des Eintritts bezahlen.»

Der Kanton kann etwas länger warten

Mit dem neuen Datum sei auch der Kanton einverstanden, sagt Zweifel. Dieser wollte ursprünglich bis Ende Jahr wissen, ob die Kreuzlinger dem Projekt zustimmen. Ansonsten müsste der Kanton das PMS-Bad sanieren. «Wir haben eine Bestätigung von Monika Knill», sagt Zweifel.

Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Gesellschaft, freut sich ebenfalls über den Rückhalt in den Nachbargemeinden. «Diesmal sind von Beginn weg alle Politischen und Schulgemeinden mit dabei. So wird es zu einem regionalen Bad. Das ist ein grosser Pluspunkt», sagt sie.