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KREUZLINGEN: Ärger um ein Luxushaus in Kreuzlingen

Ein Bauprojekt am Ziegeleiweiher sorgt für Verstimmung bei den Nachbarn. Das luxuriöse Mehrfamilienhaus direkt am Ufer finden sie zu gross für die idyllische Lage.
Urs Brüschweiler
Alfred Herrmann vor seinem Nachbargrundstück am Ziegeleiweiher, wo bereits die Bauvisiere stehen. (Bild: Reto Martin)

Alfred Herrmann vor seinem Nachbargrundstück am Ziegeleiweiher, wo bereits die Bauvisiere stehen. (Bild: Reto Martin)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Eigenheime mit direktem Wasseranstoss sind ein rares und begehrtes Gut im Wohnungsmarkt. Wer kein Haus am See findet, kann alternativ auf eine Wohnung am Weiher setzen. Solche entstehen nämlich demnächst in Kreuzlingen. Am Ostufer des lauschigen Ziegeleiweihers in Emmishofen plant die Herisauer WKC Baugesellschaft ein Mehrfamilienhaus mit sieben luxuriösen Eigentumswohnungen. Zwei Geschosse plus Attika sowie eine Tiefgarage sind vorgesehen. Man plane einen aussergewöhnlichen Bau an einer wunderschönen Lage, sagt Bauherr Willi Weibel.

Man holt halt das Maximun heraus

Nicht so glücklich mit dieser Absicht sind die Nachbarn an der Weststrasse Alfred und Erich Herrmann. Zu gross und zu nah am Weiher sei das Mehrfamilienhaus geplant, finden die Brüder. Sie hätten sich eine sanftere Bebauung der brachen Parzelle gewünscht. Ihre Vorwürfe richten sich jedoch nicht an die Bauherrschaft. «Die machen verständlicherweise das Maximum, was gemäss Bauvorschriften möglich ist», sagt Alfred Herrmann. Ihn ärgert, dass an einem Weiher überhaupt so massive Bauten erstellt werden dürfen. Dass die aktuell gültige Baulinie am nächsten Punkt etwa 17 Meter ans Gewässer heranreicht, hatte der Regierungsrat bereits 1992 gutgeheissen. Die öffentliche Auflage dazu war damals an den Brüdern, die ebenso lange bereits dort leben, vorbeigegangen. Das Baugesuch für das Neubauprojekt liegt derzeit bei der Stadt Kreuzlingen. Es laufe das Bewilligungsverfahren, sagt der zuständige Stadtrat Ernst Zülle. Die Regelbauweise werde bei diesem Projekt grundsätzlich eingehalten. Besondere Bestimmungen würden an diesem Ort keine gelten. Die Parzelle liegt in der Wohnzone 50. «Ob es einem gefällt oder nicht, es geht hier eher um innerstädtische Verdichtung, als um Strukturerhaltung», sagt Zülle. Einzig die Nähe zum Gewässer bedinge es, dass das Baugesuch zusätzlich vom Kanton geprüft würde.

Keine Eingriffe ins Ufer

Gemäss Bauverwaltung gibt es von dieser Seite aber keine Einwände. Ein schmaler Streifen direkt am Wasser ist jedoch als Wald ausgeschieden. Dies bedeutet, dass dort, wo das Schilf steht, nichts verändert werden darf.

Die Gebrüder Herrmann haben zwar Einsprache erhoben gegen das Baugesuch, jedoch ging es dabei um eine Frage der Parkplätze. Diesbezüglich habe man sich mit der Bauherrschaft aber einigen können, berichtet Alfred Herrmann. Voraussichtlich werden sie ihre Einsprache also zurückziehen.

«Wir haben nicht grundsätzlich etwas dagegen, dass hier am Ziegeleiweiher gebaut wird. Wir möchten aber aufzeigen und sensibilisieren, was heute alles möglich ist.»

Für den Bauherrn bringen die Einsprachen ein kleine Verzögerung. Der Baustart wäre gemäss Unterlagen schon für November 2017 vorgesehen gewesen. Das gebe es aber leider immer wieder, sagt Willi Weibel, obwohl bei diesem Projekt alles absolut in der Norm sei. Dank der Einigung mit den Nachbarn ist er nun guten Mutes, das Mehrfamilienhaus rasch realisieren zu können.

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