KRADOLF-SCHÖNENBERG: Sicherheit hat höchste Priorität

Eine Überschwemmung wie im Vorjahr soll es in Kradolf nicht mehr geben. Nach den ersten Notmassnahmen tätigt die Gemeinde nun Investitionen in einen nachhaltigen Hochwasserschutz.

Hannelore Bruderer
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Der Bitzibach in Kradolf hat ein neues Bett erhalten; weitere Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sind in Planung. (Bild: Hannelore Bruderer)

Der Bitzibach in Kradolf hat ein neues Bett erhalten; weitere Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sind in Planung. (Bild: Hannelore Bruderer)

«Der Fokus bei den Investitionen liegt in den nächsten Jahren beim Hochwasserschutz», sagt Gemeindepräsident Heinz Keller. «Da wir uns zusammen mit den Fachleuten vom Kanton noch in der Vorprojektstufe befinden, liegen jedoch noch keine konkreten Zahlen vor.» In den nächsten drei Jahren sollen die Hänge im Einzugsgebiet des Bitzi- und des Tülebachs mit geeigneten Massnahmen gesichert, die rund 50jährigen Betonstufungen in den Verläufen saniert und – wo nötig – Kiesfänge und Rechen geschaffen oder erneuert werden.

Mit den rund 25 Landanstössern werden in der Projektphase über die geplanten Massnahmen Gespräche geführt. Bereits das vorgesehene Retentionsbecken in der Gemeinde Hohentannen trage viel zum Hochwasserschutz bei, erklärt Heinz Keller. Mit den Massnahmen in der Gemeinde Kradolf-Schönenberg soll die Bevölkerung dann bis zu einem 100-Jahr-Ereignis geschützt sein. Die Kosten für Hochwasserschutzmassnahmen werden vom Kanton und vom Bund mit maximal 50 Prozent mitfinanziert. Für das Jahr 2017 rechnet der Gemeinderat mit Nettoinvestitionen von 300 000 Franken.

Durch die Priorisierung des Hochwasserschutzes fallen die Investitionen im Bereich Strassenbau mit 358 000 Franken etwas geringer als geplant aus. Die Istighoferstrasse in Buhwil soll im nächsten Jahr fertiggestellt und die Sonnenbühlstrasse in Neukirch an der Thur komplett saniert werden. Aufgrund der Gleiserweiterung durch die SBB beim Bahnhof saniert die Gemeinde die Bahnhofstrasse in Kradolf. «Durch die gleichzeitige Sanierung der Strasse erhoffen wir uns einen Synergienutzen», sagt der Gemeindepräsident. Ausser der Erneuerung des Strassenbelags werden auch die Werkleitungen ersetzt.

Steuerfuss soll auf bisherigem Niveau bleiben

Bei einem Gesamtumsatz von rund 11,4 Millionen Franken im Budget 2017 rechnet die Politische Gemeinde Kradolf-Schönenberg mit einem Defizit in Höhe von 116 100 Franken, dies bei einem unveränderten Steuerfuss von 59 Prozent. Auf der Aufwandseite bewegen sich die gebundenen Ausgaben, die der Gemeinderat kaum beeinflussen kann, weiterhin auf hohem Niveau. Auf der Ertragsseite wird durch das Bevölkerungswachstum mit einem um 165 000 Franken höheren Steuerertrag als im laufenden Jahr gerechnet.

Bei den Spezialfinanzierungen wird ebenfalls mit einem Aufwandüberschuss gerechnet, der über das Eigenkapital ausgeglichen wird. Das Budget 2017 des Elektrizitätswerks schliesst mit einem Minus von 235 250 Franken, die Abwasserbeseitigung mit 61 700 Franken und das Wasserwerk mit 32 450 Franken.

Da im Bereich Wasser auch in den nächsten Jahren Leitungsverstärkungen und Ersatzinvestitionen anstehen, wird der Wasserpreis in naher Zukunft überprüft und nötigenfalls erhöht werden. Als weiteres Traktandum stehen an der Gemeindeversammlung vier Einbürgerungsgesuche an.

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 30. November, 20 Uhr; Turnhalle Buchzelg, Neukirch an der Thur.