KRADOLF-SCHÖNENBERG: Die Feuertaufe bestanden

Heinz Keller ist seit 1. September Gemeindepräsident. Die ersten vier Monate seiner Amtszeit hat er als äusserst interessante Zeit mit vielen neuen Herausforderungern empfunden.

Georg Stelzner
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Heinz Keller, parteiloser Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, zieht eine positive erste Zwischenbilanz. (Bild: Andrea Stalder)

Heinz Keller, parteiloser Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, zieht eine positive erste Zwischenbilanz. (Bild: Andrea Stalder)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Es geht manchmal schnell im Leben. Diese Erfahrung hat auch Heinz Keller gemacht. Aus dem Gedankenspiel, von der Privatwirtschaft in die Politik zu wechseln, ist binnen Jahresfrist Realität geworden. «Mein erster Arbeitstag als Gemeindepräsident war auch in emotionaler Hinsicht etwas Besonderes», gesteht Keller. Erleichtert worden sei ihm der Einstieg durch die Möglichkeit, schon vorgängig immer wieder als Gast an Gemeinderatssitzungen teilzunehmen und durch die wohlwollende Aufnahme durch das Personal der Gemeindeverwaltung.

Lange Zeit, um sich einzugewöhnen, hatte Keller nicht. Wichtige Geschäfte wie die Ortsplanungsrevision, die Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2 oder der Hochwasserschutz beanspruchten seine ganze Aufmerksamkeit und Arbeitskraft. «Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht, um die internen Abläufe intensiver studieren zu können», sagt Keller denn auch. Er sieht sich noch in der Phase, «in der ich vieles hinterfrage und versuche, Chancen zu erkennen und die richtigen Massnahmen zu ergreifen». Er sei sich bewusst, dass es noch Sachen gibt, an denen er arbeiten müsse. Von seinem Umfeld erwarte er deshalb auch, dass man ihn und seine Arbeit kritisch beurteilt. «Den strengsten Massstab legt meine Frau Yvonne an», verrät Keller.

Der Kanton redet in der Gemeinde mit

Was die Führung der Gemeindeverwaltung anbelangt, vermag Keller keine grossen Unterschiede zur Privatwirtschaft zu erkennen. Anders verhalte es sich auf der politischen Ebene. Hier sehe er sich oft mit der Situation konfrontiert, Vorgaben des Kantons beachten zu müssen. «Das ist manchmal etwas bemühend, und da frage ich mich dann schon, ob das alles wirklich notwendig ist.» Als Nachteil erachtet es Keller nicht, sein Amt als Quereinsteiger angetreten zu haben. «Dadurch habe ich die Möglichkeit, Dinge von einer anderen Warte aus zu beurteilen als der Gemeinderat.» Das könne durchaus ein Vorteil sei, ist Keller überzeugt. Beeindruckt zeigt sich der neue Gemeindepräsident von der Gesprächskultur in Kradolf-Schönenberg. Diese sei in der Regel von einem konstruktiven Geist geprägt, was die Suche nach guten Lösungen erleichtere.

Als Gemeindepräsident hat Keller auch Repräsentationsaufgaben. «Wenn immer möglich, nehme ich solche Termine wahr», betont Keller. Veranstaltungen seien eine gute Gelegenheit, den Puls der Bevölkerung zu spüren. Seine Familie bringe Verständnis dafür auf, und seine Frau unterstütze ihn vorbehaltlos. Dass er nun eine Person des öffentlichen Interesses ist, sei für die Familie kein Problem. «Wir verstellen uns nicht, sondern bleiben stets authentisch.»

Kellers Wunsch für das neue Jahr: «Ich hoffe, dass wir es schaffen, mit sämtlichen Herausforderungen fertig zu werden und dabei die Lebensfreude zu bewahren und mit Zuversicht an der Entwicklung unserer schönen Gemeinde zu arbeiten.»