KRADOLF: Jan brennt

Am Freitagabend gastierte der Kabarettist Jan Rutishauser mit seinem Programm «Burnout» beim Kulturverein Steinacker. Dabei gewährte er den 50 Zuschauern einen Einblick in sein Privatleben.

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Jan Rutishauser braucht nicht viele Requisiten. Sein Körper und seine Stimme sind das Wichtigste auf der Bühne. (Bild: Monika Wick)

Jan Rutishauser braucht nicht viele Requisiten. Sein Körper und seine Stimme sind das Wichtigste auf der Bühne. (Bild: Monika Wick)

Laut dem Magazin «Who is who», das die Thurgauer Zeitung seit einigen Jahren herausgibt, gehört Jan Rutishauser zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten des Kantons. Dass er zu Recht auf der Liste erscheint, bewies der Kabarettist am Freitagabend mit seinem Auftritt beim Kulturverein Steinacker. Von der ersten Minute weg zog er das Publikum in seinen Bann und unterhielt es auf das Beste. Dafür benötigte er lediglich ein kleines, dreieckiges Podest und eine Gitarre. Jan Rutishausers wichtigste Requisiten sind sein Körper und seine ­Stimme.

«Ich passe nur auf mein Erbe auf»

Der knapp 30-Jährige verriet, dass er noch bei seinen Eltern in Güttingen wohnt. «Das ist nur so, damit ich auf mein Erbe aufpassen kann», stellte er in perfektem Hochdeutsch klar. Nur wenn er von seiner Zeit «a de Kanti z Romanshorn» erzählte, wechselte er in den Thurgauer Dialekt.

Jan Rutishauser verriet, dass er sich schon früh Gedanken darüber machte, was er «mit seiner Zeit auf dem Erdenrund Vernünftiges anstellen sollte». Schnell war ihm klar, dass es egal ist, was man tut. «Man muss es nur mit Leidenschaft tun und dafür brennen», erklärte er.

Uraufführung als Zugabe

Seine Leidenschaft übertrug sich vollends auf das Publikum im ­Kirchenzentrum Steinacker. Ein Grund für seinen Erfolg dürfte sein, dass sich viele Zuschauer mit den Ereignissen identifizieren konnten, die Jan Rutishauser in seinem Programm «Burnout» verarbeitete. Aus auf den ersten Blick unscheinbaren Begebenheiten wie der ersten grossen Liebe, dem verhassten Blockflötenunterricht oder seiner Abneigung zum Schnee schuf er ein grossartiges Programm, das für viele herzhafte Lacher sorgte.

«Jan war ein Schulkollege von mir. Wir haben in der Unterstufe gemeinsam die Schulbank gedrückt», verriet Peter Schellenberg. Dass Jan dereinst eine Karriere als Kabarettist einschlagen würde, war damals nicht absehbar. «Ich habe ihn als ruhigen und unscheinbaren Mitschüler in Erinnerung», fügte der Weinfelder hinzu.

«Hends kein Bessere gfunde», kommentierte Jan Rutishausers Freundin damals die Aufnahme in die Liste der 100 Persönlichkeiten. Dem Publikum nach zu urteilen war das nicht möglich. Mit tosendem Applaus forderte es eine Zugabe, die es mit dem uraufgeführten «Defekten Liebeslied» erhielt.

 

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

www.janrutishauser.ch