KRADOLF: Grosse Gefolgschaft für neue Organisationsform

In der Primarschulgemeinde spricht sich eine klare Mehrheit für eine Volksschulgemeinde aus.

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Die Einladung zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung der Primarschulgemeinde Schönenberg-Kradolf zierte das Foto eines kleinen Mädchens, das im Begriff ist, ein kleines, gefaltetes Schiffchen auf dem Wasser schwimmen zu lassen. Sinnbildlich mag es dafür gestanden haben, dass vor dem Entscheid zur Bildung einer Volksschulgemeinde niemand wissen konnte, wohin die Reise der drei Primarschulgemeinden Götighofen, Schönenberg-Kradolf und Sulgen gehen würde. 98 Stimmberechtigte (6 Prozent) – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr – hatten sich am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle eingefunden.

Das sehr deutliche Ergebnis überraschte dann doch. «Sie stimmen der Bildung einer Volksschulgemeinde mit 94 Ja-Stimmen und 4 Enthaltungen zu», stellte Schulpräsident Ernst Baumann fest. Die Stimmberechtigen quittierten das klare Verdikt mit tosendem Applaus.

Vor der Abstimmung hatte Ernst Baumann den Versammlungsteilnehmern erläutert, was die Bildung einer Volksschul- gemeinde bedeuten und wie die Organisationsstruktur aussehen würde. «Keiner der bestehenden Schulstandorte ist aus heutiger Sicht in Frage gestellt», versicherte Baumann.

Die meisten Fragen im Vorfeld beantwortet

Nach den ausführlichen Erklärungen des Schulpräsidenten nutzten im Rahmen der anschliessenden Diskussionsrunde nur zwei Votanten die Gelegenheit, sich mit Fragen zu Wort zu melden. Während sich einer für das weitere Verfahren interessierte, falls eine Schulgemeinde die Bildung der Volksschulgemeinde ablehnt, erkundigte sich ein anderer über die Abstimmungsresultate der anderen beiden Schulgemeinden. «Diese werde ich mitteilen, sobald ich sie erhalte», sagte Baumann.

Lange mussten die Anwesenden nicht warten. Die Sulger Stimmberechtigten ernteten für ihre Entscheidung – Ja zur Volksschulgemeinde – Applaus. «Das hätte ich nicht erwartet», kommentierte eine Frau. Das nega- tive Abstimmungsresultat aus Götighofen stiess hingegen auf Unverständnis. (mwg)