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KRADOLF: Drei wollen Schönholzers Job

Nur drei Tage nach Walter Schönholzers Wahl in den Regierungsrat dreht sich in Kradolf-Schönenberg das Wahlkarussell um das Gemeindepräsidium. Drei Kandidaten stellten sich am Mittwoch an einem Podium vor.
Maya Mussilier
Die Kandidaten Marcel Tobler, Heinz Keller und Max Staub beantworten die Fragen von Moderator Andreas Notter. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kandidaten Marcel Tobler, Heinz Keller und Max Staub beantworten die Fragen von Moderator Andreas Notter. (Bild: Andrea Stalder)

KRADOLF. Die Gemeinde könne sich glücklich schätzen, betonte Erich Stübi, Präsident der Findungskommission, am Mittwochabend. Gleich drei wählbare Kandidaten aus der eigenen Gemeinde möchten die Nachfolge von Walter Schönholzer als Gemeindepräsident antreten. Für Erich Stübi ist klar: Dies ist insbesondere der Verdienst von Jakob Stark und Walter Schönholzer, die der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg je zehn Jahre vorgestanden haben. «Sie haben eine gute Arbeit geleistet. Deshalb haben wir eine attraktive Gemeinde.»

Bevor sich aber die drei Kandidaten an der Wählerversammlung präsentieren konnten, sagte der scheidende Gemeindepräsident noch einige Worte über die Anforderungen des Amtes. «Man muss Menschen mögen. Wer nicht gern auf Menschen zugeht, wäre in diesem Job am falschen Platz.» Dass sie für die Nachfolge von Walter Schönholzer das richtige Rüstzeug mitbringen, davon sind alle drei Kandidaten überzeugt.

«Will etwas bewegen»

Seit vier Jahren lebt der parteilose Heinz Keller in Kradolf. «Hier haben wir eine Heimat gefunden, hier möchte ich etwas bewegen», sagte der Vater dreier Kinder in seiner kurzen Vorstellung. Aufgewachsen ist Keller in Schönenbaumgarten als Sohn des damaligen Gemeindeammanns. «Ich hatte dadurch einige Einblicke in dieses Metier», erzählte er aus seiner Kindheit. Und mit einem Schmunzeln: «Nach den Wahlen durfte ich die Urnen putzen.» Seit zwölf Jahren ist der gelernte Metzger Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens. «Ich kann Führen, Verantwortung übernehmen, planen, entscheiden und Lösungen suchen.» Er sei zwar parteilos, sehe sich aber von seiner Gesinnung her eher im bürgerlichen Lager. Dabei stehe er der SVP näher als der CVP.

«Bin ein Vereinstier»

Das Gemeindepräsidium strebt auch das FDP-Mitglied Max Staub aus Schönenberg an. Der Vater von vier Kindern ist verheiratet und lebt mit seiner Familie seit 2007 in Schönenberg. Seit zwei Jahren ist er im Gemeinderat. Max Staub engagiert sich zudem in verschiedenen Bereichen. «Ich war schon immer ein Vereinstier», sagt er von sich selbst. Er spielt im Musikverein Kradolf-Schönenberg, hat in der Vergangenheit die Werbung für das Flossrennen gemacht, war fünf Jahre Kassier der Schwimmbadgenossenschaft Thurfeld und ist OK-Präsident des Jubiläumsfestes «20 Jahre Kradolf-Schönenberg», das diesen Sommer über die Bühne gehen wird. Staub kommt aus dem Detailhandel. Er leitete in Sulgen die Migros-Filiale, seit 2012 ist er Marktleiter des Migrosmarktes Flawil, wo er 40 Mitarbeiter führt.

«Kenne den Thurgau»

Als dritter Kandidat stellt sich der parteilose Marcel Tobler aus Schönenberg der Wahl. Er ist in Berg aufgewachsen. Marcel Tobler ist verheiratet. «Wir sind eine Patchworkfamilie mit vier erwachsenen Kindern», sagt er. Mit 23 Jahren hat Marcel Tobler die Polizeischule in Frauenfeld gemacht und später als Polizist in Weinfelden gearbeitet. Es folgte ein Wechsel nach Amriswil und später zur Staatsanwaltschaft Arbon. Seit 2012 ist er Leiter der Gemeindeverwaltung Bettwiesen. Bis Sommer 2015 leitete er dort auch die sozialen Dienste. «Ich kenne den Thurgau gut und kann einen reichen Erfahrungsschatz in das Amt mitbringen», betonte er. Auch Marcel Tobler sieht sich von seiner politischen Gesinnung her eher bürgerlich-rechts.

Die Vorgänger nicht kopieren

Beim Podium versuchte Gesprächsleiter Andreas Notter mehr von den Kandidaten zu erfahren. Ob ihnen die Nachfolge von zwei erfolgreichen Gemeindepräsidenten wie Jakob Stark und Walter Schönholzer keine Angst mache, wollte er wissen. Für Marcel Tobler ist klar: «Wir sind drei verschiedene Menschen und ich bleibe ich. Ich habe kein Problem damit, was auf gutem Weg ist, weiterzuführen.» Auch Heinz Keller möchte die beiden Vorgänger nicht kopieren und Max Staub sieht sogar Vorteile darin, einer so gut geführten Gemeinde vorzustehen. «Ich traue mir aber schon zu, selbst weitere gute Impulse rein zu bringen.»

Die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat ist allen Kandidaten wichtig. Und den Schlüssel dazu sehen sie gleichermassen in einer guten Kommunikation. Einig sind sich die Kandidaten auch darüber, dass in Kradolf-Schönenberg in den letzten Jahren zwar einiges gebaut wurde, das Wachstum aber moderat ausgefallen ist.

Investitionen und Sparpotenzial

Viel investiert wurde in der Gemeinde in den letzten Jahren auch in die Werke und die Strassen. Ob noch irgendwo Nachholbedarf bestehe, wollte Andreas Notter wissen. Tatsächlich sei das EW gut aufgestellt, sagte Max Staub. Aber bei den Strassen und den Wasserleitungen gebe es durchaus noch Bedarf. Entwicklungspotenzial sieht Staub auch bei Investitionen in moderne Technologien.

Und wo soll gespart werden, wenn es nötig ist? «Das muss man gut überlegen und den richtigen Weg suchen», sagte Marcel Tobler. Die Infrastrukturen müssten sicher erhalten werden. «Wenn wir sparen müssten, dann müsste es für mich linear sein», meinte Max Staub. Das heisse für ihn: Überall ein bisschen. Bei der Frage nach den Sozialkosten brachte Heinz Keller eine Idee mit. «Wir tragen alle eine soziale Verantwortung. Um die Kosten im Griff zu behalten wäre es sinnvoll, dass man versuchen würde, die Leute wieder einzugliedern. Man muss dieses Problem an der Wurzel packen.»

Eine regionale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen befürworten alle drei Kandidaten. Aber ganz klar ist für sie, dass eine Fusion von Gemeinden kein Thema ist. «Kradolf-Schönenberg soll eigenständig bleiben, solange die Gemeinde funktionsfähig ist», lautete der einstimmige Tenor.

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