Kostengünstig und unterhaltsam

AMRISWIL. Mittels einer Facebook-Gruppe möchte die Amriswilerin Raphaela Künzle Fahrgemeinschaften in Skigebiete fördern. Anmelden können sich alle, die gerne mitfahren möchten oder Mitfahrgelegenheiten bieten.

Rita Kohn
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Snowboarderin Raphaela Künzle ist von ihrer Idee überzeugt. (Bild: Rita Kohn)

Snowboarderin Raphaela Künzle ist von ihrer Idee überzeugt. (Bild: Rita Kohn)

Es ist eine kleine Weltreise. Wer von Amriswil aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ein Skigebiet fahren möchte, muss früh aufstehen, um zeitig auf einer Piste zu stehen. Die junge Amriswilerin Raphaela Künzle hat da schon einige Erfahrungen gesammelt. «Es ist sehr umständlich. Und vor allem teuer», sagt sie. Selbst wenn man ein Spezialabonnement der SBB nutze, würden die Kosten ziemlich zu Buche schlagen. «Wer ein kleines Einkommen hat, kann da oft nicht mithalten.» Leider gebe es kaum noch Angebote von Carunternehmen. «Früher bin ich immer mit dem <Coop-Express> zu den Skipisten gefahren. Aber die fahren nicht mehr.»

Schon vor einiger Zeit ist Raphaela Künzle deshalb aufs Auto umgestiegen. Doch seien auch die Parkplatzgebühren in den Skigebieten nicht ganz ohne. Die Menge der Schneefans, die mit dem Auto fahren, wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ aus. «Je nach Zeitpunkt steht man halt im Stau.»

Mit anderen fahren

Weil sich Raphaela Künzle bewusst ist, dass der Verkehr auch weiter zunehmen wird, wenn niemand Gegensteuer gibt, hat sie ein neues Projekt ins Leben gerufen. Sie möchte Fahrgemeinschaften in Skigebiete lancieren. «Zusammen zu fahren ist nicht nur günstiger, es ist auch unterhaltsamer», sagt sie mit einem Lächeln.

Zunächst habe sie sich vor allem mit Freunden zusammen getan, um zu einer tollen Piste zu fahren. Da habe sie festgestellt, dass viele ein solches Angebot schätzen würden. Da sei sie auf den Gedanken gekommen, eine Plattform zu gründen, auf der sich alles rund um den Ausflug auf die Piste dreht. «Ich denke, es gibt noch viele Personen mehr, die auch Leute im Auto mitnehmen könnten. Und viele, die gerne mitfahren würden.»

Zustimmende Reaktionen

Mit der Facebook-Gruppe «Fahrgemeinschaft(en) ab auf die . . .» hat Raphaela Künzle ihre Vorstellungen in die Tat umgesetzt. «Meine Freunde haben total positiv reagiert», freut sie sich. Sie hofft, dass nun die Mund-Propaganda spielt und die Gruppe schnell einen grossen Bekanntheitsgrad erreicht. «Je mehr Leute die Gruppe kennen, desto mehr kann es zu Fahrgemeinschaften kommen», ist die Gründerin überzeugt.

Ihre Idee sei es, dass jemand auf der Plattform poste, wenn er vorhat, in ein Skigebiet zu fahren. «Dann können sich Leute, die gerne mitfahren würden, bei dieser Person melden.» Das soll ohne die Vermittlung durch die Gründerin der Gruppe funktionieren. Schön wäre es, wenn während der Saison regelmässig Mitfahrmöglichkeiten zur Verfügung stünden, findet die junge Amriswilerin. Und auch, wenn sich diejenigen, die mitfahren möchten, wirklich trauen. «Ich lerne wahnsinnig gerne Leute kennen», sagt Raphaela Künzle mit einem Lächeln. Das sei doch eine gute Gelegenheit dazu.

Kosten individuell absprechen

Wenn sich Fahrgemeinschaften bilden, werden auch die Kosten für den Einzelnen tiefer. «Wenn in einem Auto vier Leute sitzen, die gemeinsam zur Piste fahren und sich die Fahrkosten sowie die Parkplatzkosten aufteilen, kommt es nicht mehr so teuer.» Und der Verkehr könne dadurch auch verringert werden.

Die neue Plattform könne aber auch für weitere Anliegen rund um den Wintersport genutzt werden. «Ich bin beispielsweise bereit, meine beiden älteren Snowboards zu verleihen.» Solche Angebote können auch von anderen gemacht werden. Oder die Plattform kann als kleiner Flohmarkt rund um den Wintersport genutzt werden. «Wer Winterausrüstung verkaufen oder verleihen möchte, kann das da gerne tun», sagt die Gruppengründerin. Erste Angebote sind denn auch bereits zu finden, obwohl die Gruppe frisch ins Leben gerufen wurde.