Kontrollieren ist besser als heilen

Jetzt ist die Zeit des Pilzsammelns. Weniger kundige Pilzsammler suchen im Zweifel mit ihrer Ernte besser den Pilzkontrolleur auf. Aber auch routinierte Pilzler sind manchmal froh um einen Rat. Im Oberthurgau holen sie diesen bei Rolf Huber.

Ruedi Käser
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Im Oberthurgau wird ein grosser Teil der Pilzkontrolle durch den Romanshorner Rolf Huber abgedeckt. In seiner Pilzkontrollstelle erscheinen Pilzsammler aus der Region von Arbon bis Güttingen, bis Amriswil, sowie Richtung Neukirch-Egnach bis Roggwil.

«Ein Stück Kultur»

Unvorsichtiges Pflücken und Pilze, die zum Verwechseln ähnlich mit geniessbaren Pilzen aussehen, können für Pilzsammler zu einem üblen Verdruss werden.

«Zum Beispiel bei den Champignon-Arten wird der giftige Kasboil-Champignon oft mit gilbenden Arten wie dem dünnfleischigen Anis-Champignon, Schaf- oder Wiesen-Champignon verwechselt», erklärt Fachmann Rolf Huber. Bei Röhrlingen komme es ab und zu vor, dass Leute fälschlicherweise glaubten, sie hätten Steinpilze gefunden, wenn sie einen grossen Gallen- oder Bitterröhrling bringen.

Wer nicht ganz sicher ist, dem empfiehlt sich, die zuständige Pilzkontrollstelle aufzusuchen. Das sagt sich auch die Salmsacher Pilz-Sammlerin Hedy Merz. Schon als Kind habe sie sich für Pilze interessiert. Nachdem sie während Jahren gekaufte Pilze genossen habe, sei sie seit einigen Jahren wieder selbst daran, Pilze zu sammeln. «Das ist doch eine herrliche Sache, ein Stück Kultur.» Und weil sie sich nach einem Sammelgang nicht ganz sicher war, suchte sie kürzlich Rolf Huber auf. Die Ergebnisse ihrer gesammelten Pilzsorten durften sich sehen lassen.

Die meisten Fundstücke bewertete der Pilzkontrolleur als gut, einige wenige nicht als giftig, aber als wenig schmackhaft.

Pilze gibt es überall

Kaum ein Pilzsammler wird jemals einen seiner von ihm entdeckten Sammelplätze preis geben. Denn es braucht Geschick, Gespür und das richtige «Näschen», um Pilze zu finden. «Ich kann die Pilze oft riechen», sagt Hedy Merz.

Zwar sei der Oberthurgau aufgrund seiner niedrigen Höhenlage nicht das absolute Pilz-Paradies. «Doch Pilze gibt es auch hier, vorwiegend in Wäldern, sogar mehrere hundert Sorten», weiss Rolf Huber. Einige Leute würden Pilze aus dem eigenem Garten bringen. Darunter seien auch Morcheln, welche in den mit Baumrinden versehenen Gartenplätzen gedeihen. Neben den Morcheln und den Maipilzen im Frühjahr, würden die Pilze ab etwa August bis spätestens zum ersten Frost gefunden.

Wie viel darf man?

Im Kanton Thurgau dürfen gemäss den gesetzlichen Bestimmungen pro Tag und Person ein Kilogramm Pilze gesammelt werden, erwähnt der Pilzkontrolleur. Ausnahme seien der Hallimasch und der Nebelgraue Trichterling. Das seien essbare Baumparasiten, und deshalb dürften diese Pilzsorten in jedem Quantum gewonnen werden. Die Prüfung der gesammelten Pilze bei der Pilzkontrollstelle sei unentgeltlich.