Konstanzer Pinguin in Stiefel seines Pflegers verschossen

KONSTANZ. In der Balz lässt er die Weibchen links liegen: Der Eselspinguin Bonaparte hat sich in die Stiefel seines Pflegers verguckt. Das Sea Life in Konstanz nimmt's mit Humor.

Cathrin Michael
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Gummistiefel-Freak: Eselspinguin Bonaparte im Sea Life Konstanz. (Bild: Reto Martin)

Gummistiefel-Freak: Eselspinguin Bonaparte im Sea Life Konstanz. (Bild: Reto Martin)

Knut war gestern. Der neue Star der Tierwelt heisst Bonaparte. Der Eselspinguin hat sich in die Gummistiefel seines Pflegers verliebt.

Paten des ungewöhnlichen Pinguins sind die Stadtwerke Konstanz. Auf Facebook schreiben sie aus Napoleons Sicht: «Die Frühlingsgefühle sind bei uns angekommen. Alle Kumpels reden jetzt nur noch von Nachwuchs und so. Mir persönlich haben es ja eher meine Pfleger angetan.»

Noch nie vorgekommen

Dennis Kübler heisst der Pfleger, der gestern im Aquarium die Tiere fütterte. Er sagt: «So etwas habe ich noch nie erlebt.» Das Tier folgt dem jungen Herrn auf Schritt und Tritt. Bonaparte plustert sich auf, schlägt mit den Flügeln und will mit «I-Ah-Schreiben» die Aufmerksamkeit der vermeintlichen Pinguindame erregen. Und tatsächlich: Die schwarzen Stiefel mit der weissen Sohle ähneln einem liegenden Pinguin. «Die Weibchen legen sich auf den Boden, wenn sie paarungsbereit sind», erklärt der Tierpfleger. Darum könne es durchaus sein, dass Bonaparte meint, er flirte mit einem Weibchen.

Eine plausiblere Erklärung sei jedoch das Alter des Pinguins. Der Pfleger: «Mit vier Jahren gehört er zu den Jüngsten und diese sind auffallend neugierig und verspielt.» Genervt sei er nicht, er müsse nur aufpassen, dass er dem Tier nicht versehentlich auf die Flossen trete. Schlägt dem Tier die Verliebtheit schon auf den Magen? Kübler verneint, Bonaparte habe einen Bärenhunger und verhalte sich auch sonst normal. Im Sea Life bemüht man sich jetzt, diese «Fehlinterpretation» des Tieres zu korrigieren. «Wir hoffen, dass Bonaparte bald Gefallen an einem Pinguinweibchen findet», sagt Patricia Morgenstern vom Sea Life. Sie schüttelt lachend den Kopf. Bonaparte habe der Riesenkrake, der neuesten Attraktion im Sea Life, total die Show gestohlen. «Wir kaufen dem Pfleger jetzt pinkfarbene Stiefel. Mal schauen, ob das hilft.»

Paten stehen zu ihrem Pinguin

Christopher Pape der Stadtwerke Konstanz hat das Tier besonders ins Herz geschlossen. Er sagt: «Wir haben Bonaparte nach wie vor lieb. Zu seinem Patenkind steht man schliesslich in allen Lebenssituationen.» Vielleicht sind bald Trostbesuche angesagt. Denn Tierpfleger Dennis Kübler hat sein Herz bereits verschenkt. An eine Menschenfrau.

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