KONSTANZ: Gute Architektur an allen Ecken

Über 150 Projekte in beiden Städten stellt der neue Architekturführer Konstanz-Kreuzlingen vor. Nach dreieinhalb Jahren intensiver Arbeit konnte das Buch am Donnerstagabend präsentiert werden.

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«Die Frage, ob Kreuzlingen beim Architekturführer mitmacht, konnte ich nur mit einem begeisterten Ja beantworten», erklärte der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle anlässlich der Präsentation in Konstanz. Und es sei ihm eine Ehre, beim Startanlass dabei zu sein. Die Bauverwaltung habe eine Liste der interessanten Objekte zusammengestellt und diese dem Autoren, Markus Löffelhardt, mitgegeben. «Der Architekturführer ist ein weiteres Projekt der beiden Grenzstädte. Jetzt arbeiten wir nicht nur zusammen, planen nicht nur zusammen, sondern wir lesen auch zusammen», meinte Ernst Zülle. Aus Kreuzlingen sind beispielsweise die Guyerbauten der Pädagogischen Maturitätsschule, das Alterszentrum, die «Alti Badi», die Pädagogische Hochschule oder der Aussenraum der Wildsauenhütte im Buch vorgestellt.

Eine einzige Stadt

Es sei das mit Abstand dickste Buch mit den meisten Projekten, das er bisher erarbeitet habe, sagte Markus Löffelhardt anschliessend. «In beiden Städten stolpert man an allen Ecken über gute Architektur.» 156 Projekte auf 330 Seiten in das Werk aufzunehmen sei also kein Problem gewesen. Doch es habe Zeit gekostet: «Nach dreieinhalb Jahren intensiver Arbeit liegt der Architekturführer nun vor». Und auch wenn es eine Grenze gebe, das Werk betrachte Konstanz und Kreuzlingen als eine Stadt. Als Kriterium habe nicht nur gute Architektur gegolten, auch typische Vertreter ihrer Zeit hätten Eingang gefunden. «Mit dem Buch wollen wir erreichen, dass auch Laien gewisse Beurteilungskriterien bekommen. Menschen, die sich sonst nicht mit Architektur beschäftigen». Für Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, «ist das Buch ein Plädoyer dafür, dass Städtebau auch grenzüberschreitend funktioniert». Architektur spiele eine kapitale Rolle im Leben, führte er weiter aus. «Städte sind nicht, sie werden jeden Tag neu gebaut». Für ihn sei es toll, dass dieses Werk gemeinsam gestemmt worden sei. Er ging aber auch auf gewisse Herausforderungen ein: die Wiederentdeckung der Stadt als Lebensraum, die Wiedergewinnung des öffentlichen Raums sowie die Entwicklung einer ressourcenschonenden Stadt. Auf die Frage nach der Schaffung von preiswertem Wohnraum – in beiden Städten ein aktuelles Thema – meinte Müller: Nicht die Architektur treibe die Kosten in die Höhe, sondern die Bodenspekulation.

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Wer sich für das Buch interessiert, kann sich auf der Kreuzlinger Bauverwaltung melden.