Konradin Fischer tritt zurück

ARBON. Letzten Frühling wollte er zurücktreten, überlegte es sich dann aber anders und trat nochmals an: Gestern nun gab Primarschulpräsident Konradin Fischer sein Ausscheiden per Ende Jahr bekannt.

Max Eichenberger
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Primarschulpräsident Konradin Fischer in seinem Büro der Schulverwaltung im ZiK: Ende Jahr wird er von seinem Amt zurücktreten. (Bild: Max Eichenberger)

Primarschulpräsident Konradin Fischer in seinem Büro der Schulverwaltung im ZiK: Ende Jahr wird er von seinem Amt zurücktreten. (Bild: Max Eichenberger)

In einer knappen dreizeiligen Mitteilung vermeldete die Verwaltung der Primarschulbehörde Arbon (PSG) die Rücktrittsankündigung des Primarschulpräsidenten Konradin Fischer. Der Rücktritt erfolge per Ende 2010, heisst es darin. Begründet wurde er in der offiziellen Mitteilung nicht.

14 Jahre sind genug

Fischer gehört der FDP an und ist seit 1997 in der Schulbehörde tätig: während zehn Jahren als Mitglied der früheren Volksschulgemeinde Arbon (VSG), deren Vizepräsident er zuletzt war.

2006 entstanden aus der VSG mit der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG) und der Primarschulgemeinde Arbon (PSG) zwei eigenständige Körperschaften. Seit diesem Neustart fungiert Fischer als Präsident der PSG. Und als solcher ist er von Amtes wegen Mitglied der Sekundarschulbehörde.

Absicht schon 2009 geäussert

Im Januar 2009 trug sich Fischer schon einmal ernsthaft mit dem Gedanken, das Amt abzutreten. Er hatte angekündigt, er möchte auf eine erneute Kandidatur bei den Erneuerungswahlen vom 22.

März 2009 verzichten. «Sollte sich eine geeignete Persönlichkeit finden, tritt er nicht mehr an», hiess es damals in einer Kanzleimitteilung.

Noch einmal angetreten

Nachdem aber Sekundarschulpräsident Hanspeter Keller seine Kandidatur angemeldet hatte und eine Personalunion in den Schulpräsidien anstrebte, kam Fischer auf seinen Entscheid zurück.

Er tat kund, er habe an Kellers Kandidatur «keine Freude» – und stellte sich dann doch noch einmal zur Wahl. Worauf Keller verzichtete. Mit einem guten Ergebnis wurde dann der vom Rücktritt Zurückgetretene im Primarschulpräsidium bestätigt.

Vakuum wäre zu gross gewesen

Eine weitere Überlegung Fischers hatte damals auch noch mitgespielt: Dass mit Claire Dolder (SP), André König (SVP, zuletzt parteilos) und Daniel Anderes (FDP) drei weitere Behördemitglieder ihren Rücktritt eingereicht haben, liessen ihn zunächst zaudern.

Gleich vier Wechsel in der fünfköpfigen Behörde hielt er für etwas gar viel. Mit einem solchen Vakuum hatte er vorher nicht gerechnet. Darum, und auch weil er ermuntert worden war, weiterzumachen, widerrief Fischer die Demissionsabsicht. Jetzt – das heisst: Ende 2010 – sei der Zeitpunkt besser, zurückzutreten, sagte Fischer gestern auf Nachfrage hin.

Jetzt eingelebt und aufgegleist

Die neben der bisherigen Vizepräsidentin Carmen Lüthy (CVP) neuen Behördemitglieder (Sandra Marin, SP; Urs Gähwiler, FDP; Raphael Künzler, parteilos) seien inzwischen gut eingearbeitet. Und auch einige Projekte zum Abschluss oder dann auf Wege gekommen. Fischer erwähnt unter anderem den Umzug und Ausbau der Schulzahnklinik, die Neubesetzung der Schulleitung im Stacherholz sowie das Projekt «Säntis»-Neubau.

Auch «weiche Faktoren»

Dann hätten auch «weiche Faktoren» seinen Entscheid mitbeeinflusst, räumt Konradin Fischer ein, worüber er aber öffentlich nicht sprechen möchte. «Über alles kann ich es jetzt verantworten, per Ende Jahr das Amt niederzulegen.» – Die Ersatzwahl ist auf den 28. November anberaumt.