Kompromisse übernehmen die Gestaltung

Wer das studieren will, sollte sich nach Weinfelden begeben. Die Hochburg im Thurgau. Im Ansatz brillante Ideen werden durch Kompromisse zerstört oder zu halbherzigen Ausführungen verdammt. Die Minigolf-Idee: Hammer! Hingewurstelte Bahnen schön am Rand.

De Wortmetz
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Wer das studieren will, sollte sich nach Weinfelden begeben. Die Hochburg im Thurgau. Im Ansatz brillante Ideen werden durch Kompromisse zerstört oder zu halbherzigen Ausführungen verdammt. Die Minigolf-Idee: Hammer! Hingewurstelte Bahnen schön am Rand. Weil man ja Platz benötigt für den Wochenmarkt. Übergrosse Blumentöpfe wie hingestellt und ein paar Bänkli unterm Sonnensegel. Alles in allem eine Infrastruktur, die sich sehen lassen könnte. Leider so arrangiert, dass es weder zum Verweilen anregt noch zum Golfen. Man hat eher das Gefühl, da kommt noch was. Oder man sieht es als das, was es ist, eine Gestaltung der Kompromisse. Schön, wenn man versucht, das Zentrum zu beleben, echt toll.

Man sollte allerdings das Ganze auch etwas konzeptionieren, dann vielleicht gäbe es plötzlich Einwohner, die sich auch sonntags oder nach Ladenschluss dort aufhalten. Vielleicht auch mal was trinken geht leider nicht, die Lokale in der unmittelbaren Umgebung sind zu, und selber mitnehmen ist auch nicht, insbesondere bei alkoholischen Getränken. Steht jedenfalls auf den Verbotstafeln rings um den Marktplatz. Fazit: Kinder benutzen die Bahnen als Turngeräte, ab und zu verwirklicht sich irgendein Vandale, und ganz selten spielt mal wer. In diesem Sinne, wenn man was beleben will, sollte der Einwohner animiert werden und nicht Kompromissen zur Last fallen.

wortmetz@gmx.ch