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Körper-Ausstellung hat nicht eröffnet

Wie bekommt man Leichen über die Schweizer Grenze? Mit dieser Frage hätte sich der Veranstalter der Ausstellung «Körper – die Lehre der Toten» wohl intensiver beschäftigen müssen. In Konstanz gab es auch keine Bewilligung.
Sandra Pfanner

KREUZLINGEN. In der ganzen Region machten die pinken Plakate auf die Ausstellung «Körper – die Lehre der Toten» aufmerksam. Echte menschliche Körper, plastiniert und konserviert in Glasvitrinen, sollten die Besucher zu sehen bekommen (unsere Zeitung berichtete). Doch die Ausstellung, deren Konzept an «Körperwelten» von Gunther von Hagens erinnert, eröffnete nie. In Konstanz bekam er keine Genehmigung von der Stadt – und zum ursprünglich geplanten Ausstellungsort in der Bodensee-Arena kam er nie durch: Probleme bei der Einfuhr in die Schweiz, teilte der Veranstalter am Freitag kurz vor der Eröffnung mit. Welche Probleme das genau waren, sagte er nicht.

Auf Anfrage erklärt die Schweizer Zollverwaltung, dass sie wegen des Amtsgeheimnisses keine Auskunft über Kunden geben könne. Prinzipiell aber sind für die Einfuhr von Exponaten, auch von plastinierten Körpern, keine besonderen Bewilligungen nötig, sagt Pressesprecher Attila Lardori. «Unabhängig von allfälligen Bewilligungen gesundheits- oder seuchenpolizeilicher Art müssen aber Waren mit den entsprechenden Zollpapieren angemeldet werden.»

Auch mit der Anmeldung auf der Konstanzer Seite der Grenze hatte der Veranstalter Probleme: Sein Plan, in ein Zelt auf Klein Venedig auszuweichen, wurde nicht genehmigt. Die Bewerbung kam zu kurzfristig. Die Jahresplanung für Veranstaltungen auf Klein Venedig sei schon abgeschlossen, teilt die städtische Pressesprecherin Anja Fuchs mit. Der Veranstalter selbst reagierte auf die mehrmalige Anfrage des «Südkuriers», sich zu den Organisationsproblemen zu äussern, nicht.

In anderen Städten musste der Veranstalter sich immer wieder mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass die Ausstellung eine billige Kopie sei, es sich bei den Leichen um illegale Präparate aus China handle und die Verstorbenen ihre Einwilligung für die Plastination nie gegeben hätten.

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