«Könnte keine Maus töten»

Jonas Bez wollte mit Lebensmitteln zu tun haben. Jetzt ist er in der Lehre als Fleischverarbeiter und glücklich dabei. Nach der Ausbildung will er sich im Beruf weiterentwickeln.

Hedy Züger
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Hat seine Berufswahl nie bereut: Jonas Bez bei der Zubereitung von Fleischvögeln. (Bild: Hedy Züger)

Hat seine Berufswahl nie bereut: Jonas Bez bei der Zubereitung von Fleischvögeln. (Bild: Hedy Züger)

ARBON. Jonas Bez macht gerade Fleischvögel, er füllt sie grosszügig und rollt sie ein. Sein Chef Roman Schleuniger wirft einen Blick auf die Platte und nickt. Jonas steht im 3. Lehrjahr als Fleischfachmann; er hat sich für den Schwerpunkt Verarbeitung entschieden. Der Verarbeiter richtet die perfekten Platten her, die im Geschäft der Kundschaft präsentiert werden.

Schweizer Fleisch

«Wir verarbeiten keine Exoten», erklärt der zukünftige Fachmann auf die Frage nach den Tieren, die in seinem Lehrbetrieb verkauft werden. Ob Kalb, Rind oder Schwein, ob Lamm, Ziege oder Geflügel – sie stammen aus der Schweiz. «Wir verwenden alle geniessbaren Teile, schon aus Respekt gegenüber dem Tier», sagt Bez. Und was schnabuliert ein Lernender in einer Metzgerei zum Znüni? «Eine frische Bratwurst geniesse ich immer noch am liebsten.» Schleuniger hat als erster Thurgauer Metzger 2011 seine Bratwurst zertifizieren lassen. Sie schmeckt nicht nur dem Stift.

«Ich bin ein Tierfreund»

Kann und muss Jonas Bez Tiere töten? «Nein», sagt er, «das würde für mich eine grosse Überwindung bedeuten.» Er sei ein Tierfreund. Kürzlich ging es in seinem privaten Umfeld darum, einen Nager umzubringen. Jonas brachte es nicht übers Herz und «liess das Mäuschen laufen». Im Fleischfach sind es die sogenannten Gewinner, die Tiere schlachten, nicht jedoch Verarbeiter und Veredler.

Schnitzel oder Steak

Welche Fleischstücke bevorzugt Bez auf dem eigenen Teller? Sehr gern geniesst er ein Wienerschnitzel, ein Steak oder Rippli, aber auch Schinken. In der Berufsschule Winterthur mussten die angehenden Fleischfachleute «auch anderes probieren». Ob sie wollten oder nicht.

Am Beruf des Fleischverarbeiters gefallen dem jungen Arboner besonders die abwechslungsreiche und die kreative Seite. «Wir haben immer zu tun, und die Zeit vergeht wie im Flug», sagt er. Der junge Mann ist blitzsauber gekleidet, und ebenso perfekt rein geht er mit dem Produkt seiner Wahl um.

«Der Beruf gefällt mir»

In wenigen Monaten geht es an die Lehrabschlussprüfung. Und danach? «Ich möchte in diesem Beruf bleiben, denn er gefällt mir. Vielleicht werde ich einen neuen Schwerpunkt kennen lernen und mich weiterentwickeln», verrät Jonas Bez über seine Pläne.

In der Freizeit wird er weiterhin Gitarre spielen, die neue Playstation 4 nutzen und, ganz wichtig, mit den Kollegen in den Ausgang gehen.