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«Können das nicht akzeptieren»

Nochmals zurück auf Feld eins und die Gemeinden einbinden: Das fordert die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau von der Regierung. Das neue Raumkonzept komme einer Rückstufung gleich und untergrabe das Entwicklungspotenzial.
Max Eichenberger
Wehren sich gegen eine Herabstufung des Oberthurgaus: Diana Gutjahr, Romanshorner Arbeitgeber-Vizepräsidentin, flankiert von den Gemein- devorstehern Martin Salvisberg, Amriswil, Andreas Balg, Arbon, Stephan Tobler, Egnach, Gallus Hasler, Roggwil, und David H. Bon, Romanshorn. (Bild: Max Eichenberger)

Wehren sich gegen eine Herabstufung des Oberthurgaus: Diana Gutjahr, Romanshorner Arbeitgeber-Vizepräsidentin, flankiert von den Gemein- devorstehern Martin Salvisberg, Amriswil, Andreas Balg, Arbon, Stephan Tobler, Egnach, Gallus Hasler, Roggwil, und David H. Bon, Romanshorn. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Im neuen Thurgauer Raumkonzept fühlt sich der Oberthurgau zurückgestutzt. Zwar bleiben Arbon, Amriswil und Romanshorn kantonale Zentren. Frauenfeld und Kreuzlingen werden darin aber zu Hauptzentren erklärt – und damit über den Oberthurgau gestellt. Das missfällt dessen Gemeindevorstehern. Sie erwarten von einem in die Zukunft weisenden Konzept «eine Stärkung der Region –- und nicht eine Herabsetzung», wie dies die neue Zentrenstruktur de facto bedeutet.

Tobler: «Das geht nicht»

Das will die Raumplanungsgruppe Oberthurgau (RPO) so nicht hinnehmen. Die Gemeindeammänner befürchten, vom Entwicklungszug abgehängt zu werden. «Das geht so nicht», sagt Stephan Tobler, Gemeindeammann von Egnach und RPO-Präsident. Darum haben sie eine Resolution an den Regierungsrat verabschiedet. Romanshorns Stadtammann David H. Bon vermisst einen Bezug zum Raumkonzept Schweiz, mehr noch: er erkennt gar einen Widerspruch, was die nachhaltige Raumentwicklung betrifft. Der Thurgau sei ein dezentral strukturierter Kanton und so gewachsen. Eine eigentliche «innerthurgauische Lokomotive» gebe es nicht.

Kein Diktat von oben

Es sei unverständlich, dem Kanton von oben diktiert eine neue Struktur aufzwingen zu wollen und ihm zwei Hauptzentren überzustülpen. Dies rein auf statistischen Grundlagen wie Bevölkerungszahlen oder Anzahl Beschäftigte. Diana Gutjahr, Vizepräsidentin der Arbeitgebervereinigung Romanshorn, verweist auf den hohen Anteil von Dienstleistungsarbeitsplätzen sowohl in Frauenfeld – mit 4000 Verwaltungsangestellten – wie in der Region Kreuzlingen mit grossen kantonalen und öffentlichen Betrieben. Es sei fragwürdig, so die geographischen Schwerpunkte zu setzen. Denn mit seinem Gewerbe und der Industrie sei der Oberthurgau «wertschöpfungsmässig die stärkste Region im Thurgau». Dem sollte man auch raumplanerisch Rechnung tragen. Die Wirtschaft handle sich sonst Nachteile ein. Insbesondere würde es noch schwerer, gut ausgebildetes Personal zu rekrutieren.

Nicht abhängen lassen

Ihr Entwicklungspotenzial müsse die Region Oberthurgau nutzbar machen können, sagen deren Vertreter unisono. Wenn der Oberthurgau herabgestuft werde, sei dies dem Ziel nicht förderlich. Martin Salvisberg, Gemeindeammann Amriswil, sieht gar die Grundsätze, die bei der Planung der Bodensee-Thurtal-Schnellstrasse (BTS) eben noch beschworen worden sind, torpediert. «Wir sind schon sehr überrascht – und können das so nicht akzeptieren.» Salvisberg fürchtet, dass auch im öffentlichen Verkehr der Zug für den Oberthurgau abfahren und er sich nach Kreuzlingen verlagern könnte, was die schnellen Anschlüsse und guten Verbindungen anbelangt. Ähnliches argwöhnt Gutjahr beim Glasfasernetzausbau. Für den Roggwiler Gemeindeammann Gallus Hasler dürfe die Entwicklung nicht nur auf entfernte Zentren fokussiert werden. Sie müsse die übrigen Gemeinden miteinbeziehen – auch die kleineren und mittleren, die im neuen Konzept dem «Raumtypus Kulturlandschaft» zugeordnet sind. «Wir müssen ein geordnetes Wachstum mitmachen können und mit lokalen Arbeitsplätzen Wertschöpfung generieren, wollen wir grosse Pendlerströme eindämmen», fordert Hasler.

Nicht ohne die Gemeinden

Für den Arboner Stadtammann Andreas Balg müsse der Wirtschafts- und Entwicklungsraum Oberthurgau, als Agglo-Raum nach St. Gallen ausgerichtet, seiner Stärke entsprechend gewichtet werden. Die Regierung dürfe sich nicht darum herum drücken. Bon findet seine Haltung gar provokativ. Tobler hat den Glauben aber noch nicht verloren: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kanton ohne die Gemeinden ein Raumplanungskonzept erarbeiten kann.»

Frauenfeld und Kreuzlingen stehen über den Oberthurgauer Zentren. (Bild: Grafik: sgt)

Frauenfeld und Kreuzlingen stehen über den Oberthurgauer Zentren. (Bild: Grafik: sgt)

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