Knatsch wegen Solaranlage

Daniel Sommer aus Hohentannen kritisiert die Gemeindebehörde, weil sie die Photovoltaikanlage für die Hirscheschür auf dem Westdach und nicht – wie angekündigt – auf den südlichen Vordächern montiert.

Urs Bänziger
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HOHENTANNEN. «Die Forderungen der Photovoltaik-Subventionsbezüger werden immer bunter», sagt Daniel Sommer. Der Hohentanner ärgert sich darüber, dass so viele Steuergelder in «nichteffiziente und unrentable Solarstromanlagen» fliessen. Neuerdings werde die «Subventionitis» gar so weit getrieben, dass in Hohentannen das Dach des Mehrzweckgebäudes, der Hirscheschür, auf der Westseite mit Photovoltaik bestückt werden soll. Dies, obwohl nach Westen nachweislich 40 Prozent weniger Leistung erzielt werde als auf der Südseite.

Sommer wirft dem Gemeinderat vor, die Einwohner an der Nase herumgeführt zu haben. «In der Botschaft zum Budget 2010, mit dem die Solaranlage genehmigt wurde, wird vom Süddach geschrieben. Jetzt soll sie jedoch auf der Westseite montiert werden.» Er fühle sich vom Gemeinderat veräppelt. «Da wird unser Steuergeld in den Sand gesetzt.»

Rat der Fachleute gefolgt

Es stimme, dass die Photovoltaikanlage zuerst auf den beiden Vordächern der Südseite der Hirscheschür vorgesehen gewesen sei, sagt Gemeindeammann Christof Rösch. Doch nach der zweiten und dritten Offerte habe sich der Gemeinderat von den Fachleuten überzeugen lassen, dass mit der Solaranlage auf dem Westdach gleich viel Effizienz erzielt werden könne. «Die beiden Vordächer auf der Südseite stehen am Morgen im Schatten.»

Ein weiterer Grund sei, dass sich die Photovoltaikanlage auf der Westseite besser ins Dorfbild einfüge. «Die beiden Süddächer grenzen direkt an den unter Denkmalschutz stehenden Gasthof Hirschen.» Den Vorwurf von Daniel Sommer, dass der Gemeinderat Steuergelder in den Sand setze, lässt Rösch nicht gelten. «Im Budget 2010 sind die Kosten für die Solaranlage mit 25 000 Franken veranschlagt worden.

Nach Abzug der Subventionen und einem Beitrag aus dem Gemeindepower-Spendefonds werden aus der Gemeindekasse noch 7000 Franken dafür eingesetzt.» Es stimme nicht, dass die Solaranlage auf der Westseite 40 Prozent weniger Strom generiere. «Eigene Vergleiche und Abklärungen belegen, dass es tatsächlich 15 Prozent weniger sind.» Und unter der Berücksichtigung der Beschattung der beiden Süddächer seien es effektiv 5 Prozent.

Keine Einsprachen

Der Gemeindeammann ist verwundert darüber, dass Daniel Sommer nicht das Gespräch mit der Behörde gesucht hat. «Wir haben weder Herrn Sommer noch die anderen Einwohner an der Nase herumgeführt.» Der Bau der Photovoltaikanlage sei öffentlich ausgeschrieben gewesen, betont Rösch. Jeder habe die Pläne einsehen können, was auch von zahlreichen Bürgern gemacht worden sei. Wie Rösch sagt, seien gegen das Projekt keine Einsprachen eingegangen. «Auch nicht von Herrn Sommer.

» Die Solarpanels werden demnächst auf dem Westdach der Hirscheschür montiert.