Knappes Ja im dritten Anlauf

Eine drohende Zwangsverwaltung durch den Kanton ist abgewendet: Die Arboner Sekundarschulbürger haben dem um vier auf 42 Prozent erhöhten Steuerfuss zugestimmt. Damit ist eine Finanzsanierung möglich. Die Behörde atmet auf.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Robert Schwarzer Präsident der Sekundarschul- gemeinde Arbon (SSG) (Bild: me)

Robert Schwarzer Präsident der Sekundarschul- gemeinde Arbon (SSG) (Bild: me)

ARBON. Knapp ein Fünftel der Arboner Sekundarschulbürger sind zur Urne gegangen oder haben ihre Stimme in der Schicksalsabstimmung der Arboner Sek abgegeben. Davon hat eine hauchdünne Mehrheit von 50,8 Prozent im dritten Anlauf nun endlich Ja gesagt zu den zusätzlichen vier Steuerfussprozenten, welche die Schulbehörde beantragt hat. 986 Schulbürger – eine Mehrheit von gerade mal dreissig Stimmen – liessen sich von der Einsicht leiten, dass die finanzgeplagte Körperschaft diese Mittel schlichtweg benötigt, um den Schulauftrag im bisherigen Umfang und in der bisherigen Qualität zu erfüllen und nicht unter die drohende Zwangsverwaltung durch den Kanton zu fallen.

«Vernunft hat gesiegt»

«Die Vernunft hat gesiegt. Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Sekundarschule jetzt verantwortungsbewusst die Mittel zugesprochen bekommen hat, die sie braucht», atmet SSG-Schulpräsident Robert Schwarzer auf. Sein Dank gilt auch dem überparteilichen Unterstützungskomitee, das mobilisiert habe.

Die Aufgabe werde so noch schwierig genug sein, die Finanzen zu sanieren. Schwarzer hatte nach den Jahren, da die SSG-Führung ungehemmt in die Erneuerung der Infrastruktur investierte und glauben machte, all das stemmen zu können und sich dabei verkalkulierte, ein schweres Erbe angetreten.

Sparauftrag bleibt

Tatsächlich brachte die hohe Amortisationslast den Finanzhaushalt der Sekundarschulgemeinde schwer ins Schlingern. Jetzt besteht die Aussicht, mit weiteren Anstrengungen das Schiff wieder auf Kurs bringen zu können. «Den Auftrag, sparsam mit den finanziellen Mitteln umzugehen, haben wir weiterhin» weiss Schwarzer. «Und ich versichere, das werden wir tun.» Denn die vier beantragten zusätzlichen Steuerprozente seien bei der prekären Finanzlage der SSG noch eher knapp bemessen.

Gewisse Beruhigung

Schwarzer ist froh, dass nun eine gewisse Beruhigung eintreten wird – auch für die Lehrerschaft sei die Situation nicht einfach gewesen. Die neue Behörde habe ehrlich und hart gearbeitet, Vertrauen wieder aufzubauen. Für ihn sei es nachvollziehbar, so Schwarzer, dass dies nicht von einem auf den anderen Tag erreicht werden kann. Erschwert wurden diese Bemühungen auch noch durch Fehler und Pfusch von Planern und beteiligten Firmen beim Sporthallenbau.

Eine erneute Ablehnung der Steuerfusserhöhung hätte den Spardruck nochmals verschärft und mögliche schwere Einschnitte zur Folge gehabt, sagt Schwarzer. Man hätte sich beispielsweise überlegen müssen, Klassen- und Skilager sowie Exkursionen zu streichen, den Betrieb der Förderzentren weiter einzuschränken oder gar einzustellen. Womöglich hätte man auch eine Abwanderung bei den Lehrkräften befürchten müssen. Die Autonomie der Sekundarschulgemeinde wäre mittelfristig ebenso in Frage gestellt gewesen.