Knapp an der Katastrophe vorbei

WEINFELDEN. Extreme Kälte an Ostern, starker Frost an Auffahrt, Mehltau im Sommer: Die Weinfelder Winzer hatten kein leichtes Jahr. Aber jetzt können sie sich auf eine zwar durchschnittliche, aber solide Traubenernte freuen.

Esther Simon
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Anstossen mit Traubensaft auf einen guten Jahrgang: Benno Forster, Präsident des Weinbauvereins, Valentin Hasler, Gemeinderat und Präsident der Rebkommission, die Winzer Willi Burkhart und Hansruedi Wolfer sowie Gastronom Werner Lüchinger vom Restaurant Eisenbahn. (Bild: Donato Caspari)

Anstossen mit Traubensaft auf einen guten Jahrgang: Benno Forster, Präsident des Weinbauvereins, Valentin Hasler, Gemeinderat und Präsident der Rebkommission, die Winzer Willi Burkhart und Hansruedi Wolfer sowie Gastronom Werner Lüchinger vom Restaurant Eisenbahn. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Dieses Bild ging um die Welt: In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai hatten die Weinbauern in ihren Rebbergen am Ottenberg Hunderte Kerzen angezündet und so die Reben vor dem klirrenden Frost erfolgreich geschützt. «Das Bild vom Lichtermeer war beste Werbung für unser Weinbaugebiet», sagt Benno Forster. Der Präsident des Weinbauvereins am Ottenberg verschweigt aber nicht, dass die Winzer damals knapp an einer Katastrophe vorbeischrammten.

Mehr Arbeit

Wie auch in der Nacht vom Ostermontag auf den -dienstag, als extreme Kälte den Reben zu schaffen machte. Im Sommer wiederum musste wegen des feucht-warmen Wetters gegen den Mehltau gekämpft werden. Forster: «Wir hatten dieses Mal in unseren Weinbergen viel mehr Arbeit als in den letzten Jahren. Es war ein Jahr des Hoffens und Bangens. Aber jetzt haben wir die Lage ziemlich gut im Griff. Wenn wir jetzt durch die Reben wandern, stellt sich ein grosses Glücksgefühl ein. Mit viel Glück sind wir jetzt kurz vor dem Ziel.»

Im warmen Verkaufsraum

Forster zog die Bilanz über das zu Ende gehende Rebjahr am traditionellen Rebrundgang, den die Rebkommission unter dem Vorsitz von Gemeinderat Valentin Hasler jedes Jahr veranstaltet. Gestern fiel der Rundgang wegen des strömenden Regens allerdings buchstäblich ins Wasser, so dass sich die Teilnehmer im warmen Verkaufsraum des Weinguts der Familie Burkhart an der Hagholzstrasse 5 zum Gedankenaustausch versammelten.

«Ein gefreuter Jahrgang»

Der Müller-Thurgau sei schon gelesen worden, sagte Forster. Die Lese des Pinot Noir erfolgt voraussichtlich Mitte Oktober. Erwartet werde ein solider, guter Durchschnitt, «ein gefreuter Jahrgang». Mit dem Erntebeginn liege man im Durchschnitt der letzten Jahre. «Man sieht, dass es den Reben wohl ist», sagt Weinbauer Hansruedi Wolfer. «Wenn es jetzt wieder schön und trocken wird und die Nächte kalt sind, dann gibt es ein gutes Aroma.»

Als Mitglied der Rebkommission und als Vertreter der Weinfelder Gastronomen war auch Werner Lüchinger vom Restaurant Eisenbahn in der Runde.

«Gute Zusammenarbeit»

Gemeinderat Valentin Hasler lobte die «ausserordentlich gute Zusammenarbeit zwischen der einheimischen Gastronomie und den ortsansässigen Winzern in Weinfelden». Dass Weinfelder Restaurants einheimische Weine anbieten, sei selbstverständlich, sagte Lüchinger. «Die Produkte sind ja schliesslich auch sehr gut.»