Klosterkirche ist auch ein Museum

KREUZLINGEN. Das Kirchenmuseum St.Ulrich in Kreuzlingen zeigt in drei Räumen die interessante Geschichte des Klosters. Nun gibt es eine Aufwertung: Die Sonderausstellung «50 Jahre Brand» zügelt vom Rosenegg an den Originalschauplatz.

Kurt Peter
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Jules Brenneis, der Neugestalter des Museums in der Kirche St. Ulrich, zeigt ein Modell des Hochaltars im Massstab 1:10. (Bild: Kurt Peter)

Jules Brenneis, der Neugestalter des Museums in der Kirche St. Ulrich, zeigt ein Modell des Hochaltars im Massstab 1:10. (Bild: Kurt Peter)

Es ist das vielleicht unbekannteste Museum der Stadt. Das Kirchenmuseum St. Ulrich hat in den vergangenen Wochen ein Facelifting erhalten. Einerseits wurde in den letzten 50 Jahren nichts in den Räumlichkeiten saniert, andererseits musste für die Sonderausstellung «50 Jahre Brand Kirche St. Ulrich und Kloster» eine neue Bleibe gefunden werden. Der Plan, die Ausstellung vom Rosenegg ins Feuerwehrmuseum zu bringen, scheiterte an Platzmangel. «Ausserdem gehört die Ausstellung zurück an den Originalschauplatz», erklärt Jules Brenneis, der sich um die Neugestaltung des Museums gekümmert hat. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1963 hatte ein Brand die Klosterkirche und das Lehrerseminar zerstört.

Brenneis erarbeitete ein Konzept und bereitete die bestehenden Ausstellungsstücke geschichtlich auf. Das Museum geht auf Pfarrer Anton Hopp zurück. Dieser hat 1993 die Räumlichkeiten mit Exponaten, die nach dem Brand gefunden und beim Wiederaufbau nicht mehr integriert wurden, gefüllt. So zum Beispiel die Holzfigur der heiligen Afra, die stark beschädigt wurde.

Viele wertvolle Exponate

Weitere wertvolle Stücke sind ein restauriertes Gradual – die Zusammenfassung der Chorgesänge im Jahreslauf – aus dem Jahr 1662. Zu sehen sind Tagebücher, Siegel und Briefe der ehemaligen Domherren. Ein sehr wertvolles Exponat ist der Kupferstich der Monstranz aus Salem aus dem Jahr 1720. «Es ist die einzige erhaltene Arbeit des Künstlers Hans Jakob Läublin», sagt Brenneis. Der Stich musste gereinigt und mit einem neuen Rahmen versehen werden. Zwei Uhrzeiger vom ehemaligen Turm sind ebenfalls im Museum zu sehen. Sie zeigen die Zeit an, als das Gebäude während des Brandes einstürzte.

Geschichte genau erklärt

Die Geschichte des Klosters und Chorherrenstiftes wird ausführlich erläutert. Unter anderem sind sämtliche Äbte von der Gründung bis zur Säkularisierung aufgezeichnet. Einige Exponate wurden nach dem Brand ausgegraben, so zum Beispiel Reste eines Kachelofens oder Steinfiguren.

Morgen wird das Museum eingeweiht. Bisher war eine Besichtigung nur im Zusammenhang mit einer Kirchenführung möglich. Ob es nun regelmässig zu besichtigen sein wird, «liegt in der Entscheidung der Kirchenvorsteherschaft», sagt Brenneis.

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