Kleine Labors für kleine Forscher

ROMANSHORN. Die Primarschule Romanshorn hat sich weiterentwickelt, beispielsweise im Umgang mit schwierigen Situationen. Es laufe heute im sozialen Bereich recht gut, sagen die beiden Schulleiterinnen Barbara Schwarzenbach und Irene De Boni.

Markus Bösch
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«Sind in Romanshorn auf gutem Weg»: Die Schulleiterinnen Barbara Schwarzenbach und Irene de Boni sind mit der Entwicklung zufrieden. (Bild: Markus Bösch)

«Sind in Romanshorn auf gutem Weg»: Die Schulleiterinnen Barbara Schwarzenbach und Irene de Boni sind mit der Entwicklung zufrieden. (Bild: Markus Bösch)

Es gehört zur Schule, dass sie offen für Veränderungen und damit für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen ist. Auch die Primarschule Romanshorn hat sich in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen weiterentwickelt. «So haben wir die Tragfähigkeit der Schule zum Thema gemacht. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir mit schwierigen Schulsituationen umgehen können. Es ging um Themen wie ADHS, Mobbing, um soziales Lernen überhaupt», sagt Barbara Schwarzenbach. Heute sei das Präventivprogramm «Pfade» aufgegleist und werde in allen Klassen verwendet.

So würden mithin alle Schülerinnen und Schüler bestimmte Regeln und Rituale im Umgang miteinander kennenlernen. Das gebe einen guten Boden für eine tragfähige Schule, werde zu einem roten Faden.

Genügend Freiraum geben

«Zahlreiche Lehrpersonen sagen, dass dadurch oft einfachere Problemlösungen gefunden werden», so Schwarzenbach. Es laufe im sozialen Bereich recht gut, auch wenn sich nicht alles immer rasch lösen lasse. «Beispielsweise ist das Lernen, das Einüben von Selbstkontrolle nicht immer so einfach. Und auch wenn dies bereits auf den Lehrplan 21 hinweist, ist das soziale Lernen auch im zurzeit noch gültigen Lehrplan wichtiges Thema.» Es sei ihr erklärtes Anliegen, so wenig Entwicklungsthemen wie nötig aufzugleisen, damit die Schulhausteams genügend Kapazitäten hätten, selber aktiv und kreativ sein zu können, sagt Irene De Boni. In diesem Sinn und Geist seien die verschiedenen «Forschungsangebote» für die Kinder zu verstehen. In Schulhäusern sind und werden Forschungszimmer eingerichtet, wird entsprechendes Material aufbereitet. «Die Schülerinnen und Schüler können Unterrichtsthemen selber erarbeiten, machen eigene und individuelle Erfahrungen und lernen damit – wie es die Lernforschung sagt – nachhaltig.» Die Lernwege der Kinder würden wichtig, gehaltvolle Fragestellungen stünden im Zentrum. Auch hier wieder: Der künftige Lehrplan lasse grüssen, so De Boni.

Medienkompetenz stärken

In einem weiteren Bereich hat die Primarschule Schritte in die Zukunft gemacht: Mit dem Auf- und Ausbau des ICT (Informatik) werden die Medienkompetenz der Kinder gestärkt – und diese Schulung sei nötig. «Je nach Stufe sollen die Kinder verschiedene Standards erreichen.» Auf der Unterstufe sei beispielsweise eines von zehn Zielen, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, sich an die vereinbarten Regeln im Zusammenhang mit dem Umgang (und dem Konsum) von Medien zu halten. Für die Mittelstufe heisst es unter anderem: «Ich kann Lernsoftware zielgerichtet für das Erarbeiten und Üben von neuen Lerninhalten benutzen.» Dieser Teil der Schulentwicklung sei auch Herausforderung für den Unterricht und brauche die entsprechenden finanziellen Mittel. Manchmal würden die Entwicklungen der Schule von oben verordnet und gesteuert, oft müsse die Schule auch reagieren auf gesellschaftliche Herausforderungen. «Wir sind überzeugt, dass wir in Romanshorn auf guten Wegen sind», sagen Schwarzenbach und De Boni.

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