Klares Nein zur zentralen Verwaltung

Die Romanshorner lehnen eine Mietlösung im ehemaligen Postgebäude mit einer Zweidrittel-Mehrheit klar ab. Jetzt wird ins Gemeindehaus investiert.

Markus Schoch
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Visualisierung des Eingangsbereichs der Verwaltung im ehemaligen Postgebäude. (Bild: PD)

Visualisierung des Eingangsbereichs der Verwaltung im ehemaligen Postgebäude. (Bild: PD)

Es ist der dritte erfolglose Anlauf zur Zentralisierung der Verwaltung. 66 Prozent sagten gestern Nein dazu bei einer Stimmbeteiligung von knapp 50 Prozent. «Das Thema ist jetzt für längere Zeit vom Tisch», sagt Stadtpräsident David H. Bon, für den die Ablehnung der Vorlage nicht überraschend kommt. Projekte für Verwaltungsbauten hätten es schweizweit generell schwer.

Er bedauere das Nein, sagt Bon. «Das Projekt wäre eine Chance für Romanshorn gewesen.» Eine Mehrheit habe sie nicht ergreifen wollen, was er zur Kenntnis nehme. «Man kann uns jetzt aber später nicht wie beim alten Zollhaus den Vorwurf machen, dass wir sie nicht packen wollten», betont Bon.

Entwicklung wird schrittweise vorangetrieben

Ein Stadthaus in der ehemaligen Post «hätte der Innenstadt zweifellos einen positiven Schub verliehen», schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Es sei jedoch kein Schlüsselprojekt für die Entwicklung von Romanshorn, welche weiter schrittweise vorangetrieben werden solle. «Wir werden aber Tempo rausnehmen», sagt Bon.

Der Stadtrat wertet das Abstimmungsergebnis als Auftrag der Bevölkerung, an einer dezentral organisierten Verwaltung festzuhalten. «Was bedeutet, dass in das Gemeindehaus investiert werden muss und weiterhin Büroräumlichkeiten dazugemietet werden», schreibt die Stadt. Für die Behörde ist auch klar, dass die Kosten möglichst tief gehalten werden und auf Extras wie ein Traulokal verzichtet werden muss. «Trotzdem wird es Mehrkosten geben, und die Trennung von Kunden- und internen Bereichen wird ein Thema bleiben, insbesondere in jenen Abteilungen mit speziellen Sicherheitsanforderungen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Bereits heute steht fest, dass auf Juni 2017 neue Büros für die Sozialen Dienste gemietet werden müssten. «Aber auch das Erfüllen der gesetzlichen Anforderungen an eine barrierefreie Zugänglichkeit der Verwaltung und der Archive kann nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden.»

Der heutige Finanzplan lasse keinen Spielraum für den Bau eines eigenen Verwaltungsgebäudes zu, ruft der Stadtrat in Erinnerung. Mietlösungen in der gewünschten Grösse und an zentraler Lage würden in absehbarer Zeit kaum auf dem Markt sein. Der Stadtrat wird das weitere Vorgehen besprechen und möglichst zeitnah festlegen.

David H. Bon Stadtpräsident (Bild: Reto Martin)

David H. Bon Stadtpräsident (Bild: Reto Martin)