Klar und respektvoll reden

Erwachsenenbildnerin Barbara Vogel erklärte an der Veranstaltung der Elternschule, wie man im Alltag mit guter Kommunikation zufriedener sein kann.

Werner Lenzin
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Erwachsenenbildnerin und Kommunikationstrainerin Barbara Vogel. (Bild: le.)

Erwachsenenbildnerin und Kommunikationstrainerin Barbara Vogel. (Bild: le.)

BISCHOFSZELL. «Dank der Kommunikation von Thomas Gordon kann man gelassen mit Gesprächen umgehen und auch bei Konfliktsituationen richtig reagieren», sagte Barbara Vogel im Bischofszeller Rathaus. «Sein Kommunikationskonzept ist eine eindrucksvolle Haltung gegenüber der menschlichen Beziehung.» Sie bezeichnete Gordons Werkzeuge als sehr hilfreich für einen respektvollen Umgang mit andern Menschen, sei es im Bereich der Familie, der Persönlichkeitsentwicklung oder im Bildungsbereich.

Selbstwertgefühl steigern

Es gelang ihr aufzuzeigen, dass dank einem gezielten Training mehr Zufriedenheit im Alltag und eine grössere Gelassenheit in Konfliktsituationen möglich werden. Das Training ermöglicht aber auch eine klare und respektvolle Kommunikation, eine neu Art des Zuhörens und eine Steigerung des Selbstwertgefühls.

Der Grund für ein «Nein»

Mit Hilfe von zahlreichen praktischen Beispielen aus dem täglichen Leben zeigte Barbara Vogel auf, wie verschiedene Botschaften hinüberkommen und wie wichtig es ist, dem Gegenüber die Situation in Form einer umgewandelten Du-Botschaft zu erklären und es zur Mitarbeit zu motivieren. «Das Kind muss bei einem Nein den Grund oder das Bedürfnis der Eltern kennen», erklärte Barbara Vogel und riet: «Ein Nein muss begründet werden, damit es das Kind verstehen und nachvollziehen kann. Mit einer vorbeugenden Ich-Botschaft können frühzeitig Konflikte verhindert werden und man sagt dem andern, was wichtig ist. «So legt man die Basis für eine Zusammenarbeit.» Gesagt wird, was einem besonders freut und was man als gut und schön empfindet.

Aktives Zuhören

«Wenn ein Kind Probleme zeigt, genügt es oftmals, passiv zuzuhören. Und bei grösseren Anliegen muss eine Wechselwirkung entstehen», riet die Referentin weiter. Sie bezeichnete das aktive Zuhören als zentralstes und wichtigstes Werkzeug. Versteckte Botschaften gilt es zu entschlüsseln und den Code herauszufinden: «Was steckt dahinter?» In einer solchen Situation muss versucht werden, die Gedanken und Gefühle des Kindes nachzuvollziehen, was ein grosses Einfühlungsvermögen voraussetzt. «Ob man richtig entschlüsselt, sieht man sofort an der Reaktion des Kindes und der Rückmeldeprozess ist in dieser Situation sehr wichtig», betonte Barbara Vogel.

Grundlage für Diskussionen

Erst wenn sich das Gegenüber verstanden fühlt, ist eine Diskussionsgrundlage vorhanden. Autoritäre Methoden machen das Kind zum Verlierer und auch bei der «verwöhnten Methode» gibt es einen Sieger und einen Verlierer. Die Methode, wo beide Parteien eine gemeinsame Lösung finden, die für beide Parteien annehmbar ist, sorgt nicht nur dafür, dass beide Seiten zufrieden sind, sondern sie fördert auch den gegenseitigen Respekt und schafft Vertrauen. «Wenn ein Kind beim Suchen nach Lösungen beteiligt ist, ist es motiviert, diese umzusetzen», schloss Barbara Vogel ihre Ausführungen.