Klangvolle Stille beim Jahreskonzert

Mit einem Programm, das sowohl der Vorweihnachtszeit wie auch dem Kirchenraum angepasst war, begeisterte die «Harmonie» Amriswil am Wochenende die Besucher des Festkonzerts in der evangelischen Kirche.

Erwin Schönenberger
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AMRISWIL. Die Besucher vergassen beim Auftritt der Musikgesellschaft Harmonie Amriswil am Freitagabend das stürmische Wetter schnell und tauchten ein in die schönen Melodien, die das Korps unter der gefühlvollen Leitung von Reto Scherrer bot.

Klänge zum Geniessen

Beim Anblick des grossen Orchesters hätte man befürchten können, vom Klangvolumen erschlagen zu werden. Dass dies keineswegs der Fall war, lag daran, dass Dirigent Reto Scherrer sein Korps fest im Griff hatte und dynamisch zwar die ganze Spannweite ausnützte, ohne jedoch zu überborden. So wurden auch kraftvolle Parts zum unbeschwerten Genuss, und Pianostellen erklangen in ihrer ganzen Zartheit.

Wie Filmmusik wirkte die Komposition «Cleopatra» von John Glenesk Mortimer, bei der man das Geschehen vor dem inneren Auge ablaufen lassen konnte, während das Orchester einmal dramatisch, ein andermal melodiös agierte. Besonders eindrücklich während des ganzen Konzerts war, wie Reto Scherrer den vielen schönen Melodien Platz und Ruhe gab. Für ein besonderes musikalisches Erlebnis war der Saxophonist Fabio Signer mit seinem gefühlvoll gespielten Solo besorgt.

Einheimische Komponisten

Gleich zwei der gespielten Werke des Festkonzerts stammten aus der Feder einheimischer Komponisten. «Hymne to the Stars» von Thomas Haubrich, der auch die Moderation des Konzerts übernommen hatte, verarbeitete darin eine schöne Melodie, die durch alle Register geht, berührend und teilweise fast beklemmend.

Und wer kennt nicht das Gedicht «Der Reiter und der Bodensee»? Viele haben es in ihrer Schulzeit gar auswendig gelernt. Rolf Bolli, der die Harmonie Amriswil während langer Zeit geleitet hat, hat dieses Gedicht in Musik umgesetzt.