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Klänge zum ersten Advent

In besinnlicher Frische sangen und spielten der Thurgauer Kammerchor und das Barockensemble.
Sarah Pirijok

KREUZLINGEN. Auch dieses Jahr überzeugten der Thurgauer Kammerchor und das Thurgauer Barockensemble unter der bewährten und unermüdlichen Leitung von Raimund Rüegge. Das Programm ähnelte einem geschmackvoll und sorgfältig gewundenen Blumenkranz, denn die Werke bauten aufeinander auf und hinterliessen in der stimmigen Klosterkirche Kreuzlingen einen harmonischen Gesamteindruck.

Mitten in die Renaissance

So führte «Puer natus» (Ein Kind geborn zu Bethlehem) von Michael Praetorius mitten in die Renaissance. Es überzeugte durch klaren, siebenstimmigen Chorgesang und differenzierte Interpretation. Danach konnten die Zuhörer erleben, wie J. S. Bach die soeben gehörte Leitmelodie von «Puer natus» weiterentwickelt hatte. Seine Kantate «Sie werden aus Saba alle kommen» BWV 65 verkündigt tiefe Dankbarkeit für das Seelenheil, die die Geburt Jesu verspricht. Diese einfache Botschaft vertonte Bach in schwer auszuführenden Koloraturen. Umso mehr Respekt gebührt den Solisten Raimund Wiederkehr, Tenor, und Rudolf Ruch, Bass. Eine Belohnung für die undankbaren Gesangsstellen lieferte der letzte Choral «Ein nun, mein Gott». Unter inbrünstigen Dirigiergesten von Raimund Rüegge sang ihn der Chor hervorragend weich und entspannt, während das Orchester – wie am gesamten Konzert – in berührender Präzision und authentischer Ausführungspraxis begleitete. Es entstand eine tiefe Besinnlichkeit.

Chor traf jeden Ton

Die frohe Botschaft vertiefte Bach in der Osterkantate «Kommt, eilet und laufet» BWV 249, die wegen der Verheissungen auch sehr gut in die Adventszeit passt. Hier waren neben Wiederkehr und Ruch Christine Esser, Sopran, und Barbara Hensinger, Alt, zu hören. Alle sangen sie trotz Bachs halsbrecherischer Melismen und trotz stimmlich unbequem liegender Melodien solid und ansprechend. Genauso zu loben ist der Chor. Er musste sich mit den himmelhohen, fugenartigen Stellen befassen und traf nicht nur jeden Ton, sondern zeigte, dass es sich auch für Musikliebhaber auszahlt, sich mit Bach auseinanderzusetzen. Das Publikum wusste dies sehr zu schätzen.

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