Kirchturm bekommt neue Farbe

HAGENWIL. Über 40 Jahre liegt die letzte grosse Renovation der katholischen Kirche Hagenwil zurück. Verschiedene Sanierungen drängen sich nun auf. In einer ersten Phase werden die Schäden am Kirchturm in Ordnung gebracht.

Maya Mussilier
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Bauleiter Ueli Schlegel und Kirchenpräsident Beat Eigenmann schauen, wie weit die Arbeiten am Kirchturm fortgeschritten sind. (Bild: Maya Mussilier)

Bauleiter Ueli Schlegel und Kirchenpräsident Beat Eigenmann schauen, wie weit die Arbeiten am Kirchturm fortgeschritten sind. (Bild: Maya Mussilier)

Seit einigen Wochen ist der rund 37 Meter hohe Turm der katholischen Kirche in Hagenwil eingerüstet. Die Handwerker haben wo nötig den Verputz ausgebessert, die Holzuntersichten repariert und diverse Spenglerarbeiten ausgeführt.

«Keine leichte Aufgabe», weiss Ueli Schlegel vom Architekturbüro Bruno Bossert in St. Gallen. Er ist in Hagenwil als Bauleiter engagiert und hat schon diverse Sanierungsarbeiten an anderen Kirchen begleitet.

Ein altes Wissen

«Es braucht gute Handwerker mit dem nötigen Fachwissen», sagt Ueli Schlegel. «Es ist ein altes Wissen, das nicht mehr jeder hat.» Es handle sich um spezielle Materialien und man könne nicht einfach einen modernen Verputz auf die Flickstellen aufbringen.

«Das Material muss möglichst ähnlich sein, wie der bestehende Verputz, damit er sich unter allen Witterungseinflüssen gleich verhält», sagt Ueli Schlegel. Sie hätten deshalb zuerst das bestehende Material analysieren müssen. Der Verputz musste nach dem Auftragen über Wochen feucht gehalten werden, damit er sich mit dem bestehenden binden konnte.

Farbe wird vor Ort gemischt

Auch bei der Farbe konnte nicht auf handelsübliche Produkte ausgewichen werden. «Dieser Verputz braucht eine passende Farbe, die auf diese spezielle Oberfläche abgestimmt ist», macht Ueli Schlegel deutlich. Gemalt werde mit einer reinen Mineralfarbe, die vor Ort zusammengemischt wird. Diese Farbe verschliesst die Oberfläche nicht dicht und der Verputz kann atmen.

Neben den Sanierungsarbeiten an der Turmfassade wurde das Lager der Turmuhr erneuert. «Wir haben die zwei Meter langen Stangen ausgewechselt», erklärt Ueli Schlegel. Die Sanierungsarbeiten sind in den letzten Wochen gut vorangeschritten. «Jetzt dauert es nicht mehr lange, und das rund 24 Meter hohe Gerüst wird wieder abgebaut», freut sich Kirchenpräsident Beat Eigenmann.

Landeskirche sagte Nein

Bald 40 Jahre ist es her, seit der letzten Renovation der katholischen Kirche Hagenwil. Bereits im Dezember 2007 wurde deshalb eine Bestandesaufnahme des Zustandes der Kirche gemacht. Geplant war eine umfassende Aussenrenovation. Im 2008 bewilligten die Kirchbürger den Sanierungskredit in der Höhe von 500 000 Franken. Die Landeskirche aber wies den Antrag zurück.

«Wir sind eine kleine Kirchgemeinde mit bescheidenen finanziellen Mitteln und bekommen deshalb einen Finanzausgleich», erklärt Kirchenpräsident Beat Eigenmann. Das habe allerdings zur Folge, dass sie nicht allein entscheiden könnten. Man habe sich schliesslich darauf geeinigt, in einer vorläufig ersten Bauetappe die dringendsten Schäden am Turm zu beheben. Vor gut einem Jahr wurde den Stimmberechtigten ein entsprechender Kredit in der Höhe von knapp 300 000 Franken vorgelegt. Diesmal sagte auch die Landeskirche Ja zum Vorhaben.

Denkmalpflege beteiligt sich

Diesen Frühling wurde mit den Arbeiten begonnen. Von Anfang an mit einbezogen wurde die Denkmalpflege, die ihrerseits einen Beitrag an die Sanierung des Kirchturmes leisten. An den restlichen Kosten beteiligt sich die Stadt Amriswil. Ein Teil wird zudem aus dem Kirchenopfer finanziert.