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Kirchgänger äussern Unmut

ALTNAU. Nach dem Rücktritt der gesamten Behörde der Evangelischen Kirchgemeinde Altnau gehen die Emotionen hoch. Wer schuld ist an der Situation, daran scheiden sich die Geister.
Katrin Ilg
Pfarrer Guido Hemmeler: «Den genauen Grund für den Konflikt verstehe ich selbst nicht.» (Bild: Katrin Ilg)

Pfarrer Guido Hemmeler: «Den genauen Grund für den Konflikt verstehe ich selbst nicht.» (Bild: Katrin Ilg)

Frieden soll einkehren im Dorf, das wünschen sich alle. Trotzdem lässt die momentane Situation niemanden kalt: Anfang Mai gab die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Altnau bekannt, dass alle acht Mitglieder per Ende September zurücktreten. Grund waren Differenzen zwischen Pfarrer und Behörde, die an der letzten Kirchgemeindeversammlung an die Öffentlichkeit kamen.

Grosse Unruhe

Ein Stichwort reicht, um nach dem Gottesdienst vor der Kirche eine rege Diskussion in Gang zu setzen. «Im Moment ist eine grosse Unruhe da», sagt ein Kirchgänger, der nicht namentlich erwähnt werden möchte. «Man weiss nicht recht, was passiert ist, und niemand darf etwas sagen.» Andere Kirchgänger werden deutlicher: «Ich kann nicht begreifen, dass die ganze Behörde zurückgetreten ist, schliesslich stören wir uns nur an einer Person», sagt Kurt Dankert aus Altnau. Gemeint ist Elisabeth Schönholzer, Präsidentin der zurückgetretenen Behörde.

«Das Problem ist, dass sie den Pfarrer nicht frei arbeiten lässt.»

Behörde hält zusammen

Die Lager in Altnau scheinen gespalten zu sein. Dass man nach dem Gottesdienst nur Personen antreffe, die für den Pfarrer seien, sei ja klar, sagt Schönholzer. Sie habe Bedenken bei einer solchen Vorgehensweise, da sowohl der Pfarrer als auch die Behörde unter Schweigepflicht stünden. Deshalb könne sie auch nichts Neues sagen, das nicht bereits schon kommuniziert worden wäre.

So viel sei aber klar: «Wenn auf die Präsidentin geschossen wird, wird auch auf die Behörde geschossen. Schliesslich ist jeder Entscheid auch ein Kollegialentscheid.» Sie hätte ganz sicher nicht die Macht, Leute um den Finger zu wickeln oder sich über die Entscheider der gesamten Behörde hinwegzusetzen. Genau dieser Machtbesitz wird ihr von der ehemaligen Katechetin Ingrid Schneider vorgeworfen, der 2007 nach zwölf Jahren Gemeindetätigkeit gekündigt worden war. «In der Kirchenbehörde stimmt so einiges nicht.»

Vorwürfe erhebt sie vor allem gegen Schönholzer. Die Behördenmitglieder seien ihr hörig, und es traue sich niemand, die Wahrheit zu sagen. «Es lief gut in der Gemeinde, bis sie kam und versuchte, alles umzukrempeln und ins Negative zu ziehen.» Nach ihrer Kündigung hätte sie mehrfach um eine Aussprache gebeten, die nie zustande gekommen sei. Unter Tränen habe sie sich dann an Kirchenrätin Heidi Baggenstoss gewandt. Diese bemüht sich, neutral zu bleiben.

Sie könne grundsätzlich nichts gegen Schönholzer sagen, «sie leistet gute Arbeit, weiss aber auch, was sie will. Es kann schon sein, dass das mit der Ansicht anderer nicht immer ganz im Einklang ist». Schneider habe das Gespräch nie gesucht, sagt Schönholzer, im Gegenteil: Sie habe das Gespräch mehrfach abgelehnt, und Post sei ungeöffnet zurückgekommen.

Alle wollen Frieden

Pfarrer Guido Hemmeler bedauert, dass es überhaupt so weit kommen musste. Es seien Kleinigkeiten, die die Unstimmigkeiten ausgelöst hätten. «Den genauen Grund für den Konflikt verstehe ich selbst nicht, aber klar ist, dass ich mich in meiner Entfaltungsmöglichkeit eingeschränkt gefühlt habe.» Als Pfarrer könne er es sich gar nicht leisten, sich beispielsweise bei einem Trauerfall gegen den Wunsch der trauernden Familie zu stellen.

Die Situation in den letzten neun Monaten habe ihn persönlich sehr mitgenommen, obwohl er von der Mehrheit der Gemeinde Unterstützung spüre. «Es haben so viele Leute unter der Situation gelitten. Ich würde mir für die Gemeinde wünschen, dass wieder Ruhe einkehrt.» Frieden, das wünscht sich in Altnau jeder.

Suchkommission eingesetzt

Die Behörde – da sind sich die Gottesdienstbesucher ebenfalls einig – treffe eigentlich keine Schuld. Sämtliche Mitglieder hätten sich stets eingesetzt für das Wohl der Gemeinde.

«An der Kirchgemeindeversammlung sind sie dann alle in einen Topf geworfen worden», sagt Walter Steger, «das ist schade.» Nächste Woche befasst sich eine Suchkommission mit der Zusammenstellung einer neuen Behörde.

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