Kirche baut Jugendarbeit aus

Die evangelische Kirchgemeinde schafft neue Angebote für Jugendliche. Im Kirchenkeller gibt es einen Treffpunkt für sie. Zudem baut Jugendarbeiter Joachim Gerber eine Gruppe auf, die sich monatlich einmal trifft.

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Joachim Gerber Jugendarbeiter der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon (Bild: pd)

Joachim Gerber Jugendarbeiter der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon (Bild: pd)

Wann wird der Jugendtreff eröffnet?

Joachim Gerber: Der Treff wird am 21. August um 19.15 Uhr, gleich im Anschluss an den Gottesdienst für Junge und Junggebliebene im Kirchenkeller das erste Mal seine Türen öffnen.

Wie sind die Öffnungszeiten?

Gerber: Der Jugendtreff hat jeweils im Anschluss an den Gottesdienst für Junge und Junggebliebene bis 21 Uhr offen. Bis zu den Sportferien wird das ausserdem am 18. September, am 13. November und am 22. Januar des nächsten Jahres der Fall sein.

Wer ist die Zielgruppe des Jugendtreffs?

Gerber: Vornehmlich steht er allen Jugendlichen unserer Kirchgemeinde im Alter von 10 bis 16 Jahren offen. Der Treff soll aber gerade denen, die vorher im Jugendgottesdienst waren, Gelegenheit geben, im lockeren Rahmen zu plaudern, Musik zu hören oder mit einem Match am Töggelikasten oder an der Dartscheibe das Wochenende einzuläuten. Jugendliche anderer Kirchgemeinden oder Konfessionen sind als Gäste willkommen.

Wer leitet den Jugendtreff?

Gerber: Geleitet wird der Treff von mir in Zusammenarbeit mit Konfirmanden.

Was wird geboten?

Gerber: Zur Eröffnung am 21. August wird es einen kleinen Apéro geben. Der neu hergerichtete Kirchenkeller lädt mit seiner freundlichen Atmosphäre ein, sich mit Freunden bei Musik, Getränken und Snacks zu treffen, zu spielen oder einfach zu feiern.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Jugendtreff?

Gerber: Mit dem Treff sollen speziell Jugendliche unserer Kirchgemeinde Gelegenheit bekommen, sich in einem offenen Rahmen zu begegnen. Wir leisten damit als Kirchgemeinde im Leben junger Menschen einen wichtigen Beitrag, indem wir ihnen Freiraum für eigene Entfaltungsmöglichkeiten geben und so ihr Selbstvertrauen und ihre Lebensfreude stärken. Jugendliche lernen Kirche so mal von einer ganz anderen, gelasseneren und vielleicht entspannteren Seite kennen.

Warum eröffnet die Kirchgemeinde jetzt einen Jugendtreff?

Gerber: Unserer Kirchgemeinde fehlen bislang Gefässe, bei denen sich unsere Jugendlichen in einem offenen und doch geschützten Umfeld kennenlernen und miteinander einen Teil ihrer Freizeit verbringen können. Nach Phasen des Übergangs und des Konsolidierens der bestehenden Jugendarbeit ist der Treff ein Teil des weiteren Ausbaus. Doch mir ist bewusst, welcher Herausforderung ich mich mit dieser Aufgabe stelle. Deshalb plane ich zum Sommer 2016 hin eine erste Evaluation zu machen, um gegebenenfalls durch notwendige Änderungen das Angebot weiter zu verbessern.

Die Stadt betreibt in der Rondelle einen Jugendtreff, die katholische Kirchgemeinde hat unlängst einen eröffnet. Warum braucht es noch einen dritten in Arbon?

Gerber: Die Frage ist, warum gibt es erst zwei? Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume, in denen sie unverplant Zeit zur freien Entfaltung, zu wilden Spielen und zum Knüpfen neuer Freundschaften haben. Nach dem Unterricht, nach den Hausaufgaben, vor dem Fussballtraining, auf dem Weg zur Nachhilfe: Im sonst straff durchorganisierten Tagesablauf Jugendlicher bleiben oft nur kleine Ruheinseln. In den engen Zeiträumen ist es kaum möglich, einem eigenen Gedanken über sich, das Leben und vielleicht Gott nachzuhängen. Unser Jugendtreff liegt – anders als der der Stadt und der katholischen Kirchgemeinde – deshalb ganz bewusst am Ende des Gottesdienstes für Junge und Junggebliebene. Erst auftanken und hinterher noch mit anderen mal so ziemlich alles tun und lassen können, wozu man gerade Lust hat. Das ist Kirche, wie ich sie mag.

Sie wollen parallel zum Jugendtreff eine Jugendgruppe aufbauen?

Gerber: Ja, neben dem offenen Charakter des Jugendtreffs kommt einmal monatlich, ebenfalls freitags von 19 bis 20.30 Uhr, die Jugendgruppe zusammen. Hier sind Knaben und Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren aufwärts eingeladen zu gemeinsamen Ausflügen, Stadtrallies, zu Theater, Tanz, Turnieren, Spielabenden oder zum Beispiel einem gemeinsam vorbereiteten Festmahl. Eine Gruppe, um Freundschaften zu schliessen oder sie zu festigen. Start ist am 4. September um 19 Uhr in unserem Kirchenkeller. Ein detailliertes Halbjahresprogramm ist zum Schuljahresanfang aufgelegt worden. (red.)