Kinder singen für Kinder in Not

65 Mädchen und Buben werden zwischen dem 27. Dezember und dem 5. Januar in Bischofszell und Umgebung als Sternsinger im Einsatz sein. Der Erlös geht an ein Gesundheitszentrum und ein Spital in Tansania.

Werner Lenzin
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Anprobe für den Einsatz als Sternsinger: Bettina Scheiwiler lässt sich von Franziska Heeb mit einem königlichen Gewand einkleiden. (Bild: Werner Lenzin)

Anprobe für den Einsatz als Sternsinger: Bettina Scheiwiler lässt sich von Franziska Heeb mit einem königlichen Gewand einkleiden. (Bild: Werner Lenzin)

BISCHOFSZELL. «Wer weiss, für welches Land und auf welchem Kontinent ihr dieses Jahr als Sternsinger unterwegs seid?», begrüsste Franziska Heeb vom Sternsinger-Team die zahlreich erschienenen Kinder und ihre Mütter in der Stiftsamtei. Im Einsatz sind die Gruppen in den letzten Dezembertagen und in der ersten Januarwoche in Bischofszell, St. Pelagiberg, Schweizersholz, Kenzenau und Halden. Franziska Lenzin bot sich die Gelegenheit, afrikanische Weisheiten näher kennen zu lernen.

22mal so gross wie die Schweiz

Die Verantwortliche des Sternsinger-Teams erinnerte, dass man in Bischofszell zwischen 1950 und 1955 mit dem Sternsingen begonnen hat und blickte zurück auf die letztjährige Aktion: «Wir haben für Nicaragua insgesamt 17 290 Franken gesammelt». Franziska Heeb berichtete, dass Tansania an der Ostküste von Afrika 22 Mal so gross ist wie die Schweiz, aber lediglich fünfeinhalb Mal mehr Einwohner zählt als die Schweiz. Unter dem Motto «Segen bringen, Segen sein» werden die Mädchen und Knaben von Bischofszell und Umgebung zusammen mit weltweit Millionen von Kindern in 150 Ländern von Haus zu Haus für die Gesundheit in Tansania unterwegs sein. Unterstützt werden sollen dabei insbesondere ein Spital und ein Gesundheitszentrum in Tansania.

Mit Willi in Tansania

In einem Film von Willi Weitzel, der Tansania mit Blick auf die Sternsingeraktion bereiste, erfuhren die Sternsinger, wie die Leute dort leben, wie sie wohnen, was passiert, wenn sie krank werden und wie sie sich gegen Krankheiten schützen. Beeindruckt zeigten sich die Anwesenden von der Tatsache, dass in Tansania jedes zehnte Kind vor seinem fünften Lebensjahr stirbt, Hauptursache für die Säuglings- und Kindersterblichkeit ist die Armut der meisten Menschen und das unzureichende Gesundheitssystem. In Tansania gibt es nur etwa 100 Kinderärzte, viel zu wenig angesichts einer Bevölkerung von 44 Millionen Menschen, von denen etwa jeder zweite jünger als 15 Jahre ist. Der Film zeigte auf, dass die Malaria immer noch die meist verbreitete Krankheit ist. 90 Prozent der Bevölkerung sind einem hohen Malariarisiko ausgesetzt und jedes Jahr werden zwölf bis 15 Millionen Krankheitsfälle und 60 000 Todesfälle registriert.

An diesem Nachmittag wurden die Sternsinger aber auch über ihre weiteren Aufgaben vorbereitet. So erhielten sie von Monika Hangartner den einzuübenden Singspruch und erfuhren, dass sie auf jede Haustüre mit Kreide, oder wo gewünscht auf einem Kleber, die Initialen «C+M+B» anzubringen haben. «Die Initialen der Segensformel standen ursprünglich für Caspar, Melchior und Balthasar und wurden von der Kirche später umgedeutet in Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus)», erfuhren die Sternsinger. Zudem übten sie mit einem Mitglied des Sternsingerteams die Lieder, darunter auch «Malika», ein Lied in der Landessprache Tansanias.

Mädchen und Knaben aus der Region Bischofszell können sich noch immer als Sternsinger melden. Auskunft erteilt Franziska Heeb unter Tel. 071 422 82 47.

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