Kinder früh integrieren

SULGEN. Mit Irma Suter hat der Verein Integration-vor-4 eine neue Präsidentin. Sie wird den Verein, der das Murmelhaus in Sulgen betreibt, im Sinne ihres Vorgängers Ernst Ritzi weiterführen.

Hannelore Bruderer
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Paul Stahlberg und Irma Suter sind neu im Vorstand vom Verein «Integration-vor-4». (Bild: Hannelore Bruderer)

Paul Stahlberg und Irma Suter sind neu im Vorstand vom Verein «Integration-vor-4». (Bild: Hannelore Bruderer)

Die zwölf Plätze, die das Murmelhaus Sulgen anbietet, seien immer gut ausgelastet, sagt Irma Suter. «Wir stellen fest, dass Eltern, die bereits ein Kind im Murmelhaus hatten, oft auch dessen jüngere Geschwister anmelden.»

Stabsübergabe ist erfolgt

Die Vizepräsidentin der Primarschulgemeinde Sulgen ist an der Versammlung des Vereins Integration-vor-4 Sulgen-Schönenberg-Kradolf im Frühling zur Präsidentin gewählt worden. Sie hat Ernst Ritzi Anfang Juli in dieser Funktion abgelöst.

Ebenfalls neu im Vorstand ist Paul Stahlberg. Der Gemeinderat von Kradolf-Schönenberg hat den Bereich Integration nach einer Neuorganisation der Ressorts von Gemeinderätin Ursula Kessler übernommen. Zum Vorstand zählen des weiteren Gemeinderätin Michèle Artho aus Sulgen, Jacqueline Humbel, Schulpräsidentin von der Primarschule Schönenberg-Kradolf, und Reto Schwendener, Schulleiter der Primarschule Sulgen.

Für fremdsprachige Kinder

Das vorschulische Angebot Murmelhaus existiert seit 2010. Dort werden drei- bis vierjährige Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, mit der Landessprache und der hiesigen Spielkultur bekanntgemacht. Sie lernen den Umgang mit verschiedenen Materialien und haben, oft erstmals in ihrem jungen Leben, feste Strukturen. Ziel ist, dass die Kinder, wenn sie in den Kindergarten eintreten, gegenüber Kindern mit Erstsprache Deutsch keinen Nachteil haben.

Gut eingelebt

Im Februar ist das Murmelhaus vom Auholzschulhaus in das Begegnungshaus im Sulger Oberdorf gezogen. Die Kinder und das Leiterteam haben sich dort gut eingelebt. Einziger Nachteil sei, sagt Irma Suter, dass sich der Kindergarten für Fremdsprachige nach wie vor im Auholzschulhaus befinde. «Durch die räumliche Nähe konnten vorher Synergien besser genutzt werden. Den Kontakt pflegen die Kinder des Murmelhauses und die des Kindergartens für Fremdsprachige aber weiterhin. Sie turnen wöchentlich gemeinsam.»

Abstimmung im Herbst

Im Herbst wird die Primarschulgemeinde Sulgen ihr Bauprojekt zur Erweiterung der Schulanlage Oberdorf den Stimmbürgern zur Abstimmung vorlegen. Mit dem Neubau soll dann auch der Kindergarten für Fremdsprachige ins Oberdorf und somit wieder in unmittelbare Nähe des Murmelhauses ziehen. Für den erst kürzlich in den Gemeinderat gewählten Paul Stahlberg ist der Einsitz im Vorstand des Vereins Integration-vor-4 Neuland. Er hofft, dass er sich schnell einarbeitet und Ideen einbringen kann. «Grundsätzlich ist es schon mal gut, dass es eine Institution wie das Murmelhaus überhaupt gibt», sagt er. «Besucht ein Kind das Murmelhaus, tritt es in den Kindergarten auf gleich hohem Niveau ein wie seine deutschsprachigen Spielkameraden und muss nicht fürchten, ausgegrenzt zu werden», sagt er.