Kinder erhalten ein neues Reich

SULGEN. Der geplante Bau eines Doppelkindergartens auf dem Schulareal Oberdorf wurde an der ausserordentlichen Versammlung heftig diskutiert. Schliesslich sagten die Stimmbürger aber mit 112 zu 34 Stimmen Ja zum Kredit.

Hannelore Bruderer
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Ernst Ritzi Präsident der Primarschulgemeinde Sulgen

Ernst Ritzi Präsident der Primarschulgemeinde Sulgen

Bevor die Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Versammlung der Primarschulgemeinde Sulgen über das Kreditbegehren für den Doppelkindergarten im Oberdorf abstimmten, wurde das Projekt heftig diskutiert. Zu Beginn der Versammlung stellten die Architekten Anja Beer und David Merz ihr Projekt «Paluma» vor. Dieses ging als Sieger aus dem Projektwettbewerb hervor. Es vereint auf einem Geschoss zwei Kindergärten, die durch eine gemeinsame Garderobe miteinander verbunden sind. Räume für Vorbereitungsarbeiten, Technik und Hauswartung sind ebenso eingeplant wie Küchennischen und sanitäre Anlagen.

Keine Steuerfusserhöhung

Nachdem Yasmine Rosset, Kindergärtnerin und Mitglied der Wettbewerbsjury, die Vorteile des Projekts hervorgehoben hatte, informierte Behördemitglied Andrea Näf über die finanzielle Seite. Abzüglich der Vorfinanzierung beträgt die Nettoinvestition 2,2 Millionen Franken. Anhand des Finanzplanes zeigte Andrea Näf auf, dass das das Eigenkapital der Schulgemeinde zwar abnehmen werde, das Projekt aber ohne Steuerfusserhöhung zu realisieren sei.

Dann meldeten sich mehrere Stimmbürger zu Wort. Zu reden gab die Höhe der Baukosten. Ein Votant machte die Anwesenden darauf aufmerksam, dass ein Normbau wesentlich günstiger, für rund 1,6 Millionen Franken, zu haben sei. Dem widersprach Architekt Werner Keller nicht, der als Experte beigezogen wurde. Er zeigte jedoch auf, welche Vorteile eine massgeschneiderten Lösung gegenüber einem Normbau bietet. Einige störten sich daran, dass das geplante Gebäude nicht unterkellert wird. Das sei in Zeiten des verdichteten Bauens nicht zeitgemäss, zudem fehlten im Oberdorf Parkplätze, so der Tenor. Es wurde ein Antrag gestellt, dass die Schulbehörde bis zur nächsten Versammlung im März 2016 zusammen mit Privaten und der Gemeinde Sulgen den Bau einer Tiefgarage überprüfen müsse.

Bevor Schulpräsident Ernst Ritzi über das Kreditbegehren und den Antrag abstimmen liess, meldete sich eine weitere Votantin. Sie sagt, es bestünden zu viele Unsicherheiten, um jetzt über den Bau eines Doppelkindergartens abzustimmen. Sie erwähnte die Überprüfung des Schulstandorts Donzhausen, das Projekt zur Gründung einer Volksschulgemeinde und die neu eingebrachte Idee einer Tiefgarage. Ein Stimmbürger erwiderte: «Seit 2012 wissen wir, dass die Schule mehr Raum braucht. Ein Projekt haben wir schon abgelehnt. Wie lange sollen wir noch zuwarten?»

Sie wollen nicht mehr warten

Nicht länger warten wollten 112 der 162 anwesenden Stimmbürger. Sie stimmten dem Kreditbegehren über 2,7 Millionen Franken zum Bau des Doppelkindergartens zu. Eine Minderheit von 34 Stimmberechtigten lehnten den Antrag ab. Äusserst knapp, mit 75 zu 70 Stimmen, lehnten die Anwesenden den Antrag zur Überprüfung des Baus einer Tiefgarage unter dem neuen Kindergarten ab.

Mit der Planung wird in den nächsten Tagen begonnen. Geplant ist, das Baugesuch bis im Mai 2016 einzureichen, so dass die Bauarbeiten bereits im Sommer beginnen können. Der neue Doppelkindergarten soll zu Beginn des Schuljahres 2017/18 bezugsbereit sein.

Wie die Visualisierung zeigt, bietet der neue Doppelkindergarten viel Raum für die Kinder. (Bild: pd)

Wie die Visualisierung zeigt, bietet der neue Doppelkindergarten viel Raum für die Kinder. (Bild: pd)