Kibag schenkt den Vago-Weiher

Der Vago-Weiher gehört seit gestern der Gemeinde Wigoltingen. Vertreter der Kibag-Gruppe haben das renaturierte Naturschutz- und Naherholungsgebiet den Gemeindevertretern übergeben.

Mario Testa
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Kontrollrundgang um den Weiher: Marco Baumann, Leiter kantonales Amt für Wasserbau, Philipp Althaus, Geschäftsführer Bauleistungen Kibag Ost, und Sonja Wiesmann Schätzle, Gemeindeammann von Wigoltingen, überprüfen vor der Übergabe die Renaturierungsarbeiten. (Bild: Mario Testa)

Kontrollrundgang um den Weiher: Marco Baumann, Leiter kantonales Amt für Wasserbau, Philipp Althaus, Geschäftsführer Bauleistungen Kibag Ost, und Sonja Wiesmann Schätzle, Gemeindeammann von Wigoltingen, überprüfen vor der Übergabe die Renaturierungsarbeiten. (Bild: Mario Testa)

WIGOLTINGEN. Nach einer Besichtigungstour rund um den Vago-Weiher sagte Patrick Hedinger von der Firma Kibag gestern kurz vor dem Mittagessen: «Ihn wegzugeben reut mich fast ein bisschen, nun da ich den wunderschönen Weiher so direkt vor mir sehe.» Trotzdem übergab er anschliessend unter grossem Applaus der anwesenden Gemeinderäte und Gäste symbolisch eine blaue Papierente an Wigoltingens Frau Gemeindeammann Sonja Wiesmann Schätzle. Nun gehört die ehemalige Kiesgrube – der heutige Weiher – offiziell der Gemeinde Wigoltingen.

Vor rund 90 Jahren hat die Firma Vago damit begonnen, Kies in der Thurebene bei Wigoltingen abzubauen. Bis 1974 förderte sie Kies aus dem Boden, und das Grundwasser füllte die so entstandene Grube. So entstand der Vago-Weiher. Trotz der Übernahme der Firma Vago durch die Kibag AG im Jahr 1981 blieb der Namen bestehen. «Wir haben uns zwischenzeitlich überlegt, ihn Kibag-Weiher zu nennen, aber der Vago-Weiher ist bei der Bevölkerung so beliebt, dass wir das lieber bleiben liessen», sagt Philipp Althaus von der Kibag.

Nur Wigoltinger dürfen baden

Der Vago-Weiher diente der Bevölkerung seit jeher als Badi. Auch Hans Uhlmann aus Bonau, alt Ständerat und langjähriger Vago-Präsident, erinnert sich an seine ersten Schwimmversuche im Weiher (siehe «wörtlich»). Ein Badeweiher und Erholungsgebiet, jedoch nur für Einwohner von Wigoltingen, soll der Vago-Weiher auch bleiben, und darum freut sich Wigoltingens Gemeindeammann Sonja Wiesmann besonders über die Schenkung des Weihers. «Es gibt so viele Weiher im Thurgau, die unterdessen Privaten gehören und dann nicht mehr für die Bevölkerung offen sind. Das hätte auch dem Vago-Weiher passieren können», sagte sie bei der Übergabe.

Die Schenkung verdanken die Wigoltinger Bürger ihr und ihren Gemeinderatskollegen. «Wir haben bei der Kibag angefragt, ob wir den Weiher kaufen können», sagt sie. Natürlich habe sie sehr erfreut zur Kenntnis genommen, das das Unternehmen dann sogar bereit war, der Gemeinde den Weiher zu schenken.

Renaturierung ist abgeschlossen

Bislang pachtete die Gemeinde den Vago-Weiher für 4500 Franken pro Jahr bei der Kibag AG. Die Firma ihrerseits finanzierte dafür die Renaturierungsarbeiten und unterstützte den Vago-Weiher-Verein beim Unterhalt. Die letzten Renaturierungsarbeiten wurden im vergangenen Herbst abgeschlossen. «Ich finde es toll, dass wir dank der Kibag mehr machen konnten als das Minimum», sagte Marco Baumann, Leiter der Abteilung Wasserbau beim Kanton. «Wenn es für die gelungenen Renaturierungsarbeiten ein offizielles Abnahmeprotokoll gäbe, würde ich dieses nach unserem Rundgang sehr gerne unterschreiben.»

Der Wigoltinger Gemeinderat will den Betrag von 4500 Franken auch weiterhin für den Weiher im Budget behalten. Damit sollen künftige Arbeiten am und um den Weiher finanziert werden.