KESSWIL: Sechs Gemeinden hoffen auf die Expo

Die Gemeindebehörden von Dozwil, Güttingen, Hefenhofen, Kesswil, Sommeri und Uttwil machen sich stark für ein Ja zum Expo-Planungskredit. Das Projekt habe eine Chance verdient, weil es eine grosse Chance für die Ostschweiz sein könnte.

Markus Schoch
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Werben für ein Ja zur Expo-Vorlage vom kommenden Wochenende: Bruno Germann, Urs Rutishauser, Priska Rechsteiner, Andreas Diethelm, Kurt Henauer und Stephan Good. (Bild: Reto Martin)

Werben für ein Ja zur Expo-Vorlage vom kommenden Wochenende: Bruno Germann, Urs Rutishauser, Priska Rechsteiner, Andreas Diethelm, Kurt Henauer und Stephan Good. (Bild: Reto Martin)

KESSWIL. Der Kesswiler Gemeindepräsident Kurt Henauer macht sich Sorgen. Am kommenden Wochenende steht im Thurgau der Expo-Planungskredit über 3 Millionen Franken zur Abstimmung. Doch in der Bevölkerung sei die Vorlage kein grosses Thema. Obwohl es um alles oder nichts gehe. «Bei einem Nein ist es endgültig vorbei mit dem Traum der ersten Landesausstellung in der Ostschweiz», sagt Priska Rechsteiner, die Gemeindepräsidentin von Sommeri. Für sie keine erfreuliche Perspektive. «Das wäre viel zu schade.»

Das Projekt habe eine Chance mehr als verdient, sind sich die Gemeindebehörden von Dozwil, Güttingen, Hefenhofen, Kesswil, Sommeri und Uttwil einig. Und darum wenden sie sich mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

Projekt verdient Kredit

Es gehe im Moment nicht darum, Ja oder Nein zur Expo2027 zu sagen, stellt Rechsteiner klar. Mit dem Geld für den Planungskredit würden einzig die Entscheidungsgrundlagen erarbeitet: Also ist eine Landesausstellung in der Ostschweiz überhaupt machbar? Und wie sehen die finanziellen Rahmenbedingungen aus? «Wir sollten dem Projekt Kredit geben, damit es mindestens seriös geprüft werden kann», sagt Andreas Diethelm, der Gemeindepräsident von Hefenhofen. «Es jetzt abzuwürgen, wäre verheerend.» Dieser Meinung sind auch seine Kollegen in der Region. «Die Expo könnte nicht nur für die Ostschweiz als Randgebiet, sondern auch für uns kleine Gemeinden am See ein Gewinn werden», ist Henauer überzeugt.

Bleibende Erinnerungen

Falsch findet es Rechsteiner, die Landesausstellung nur auf die Kosten zu reduzieren, wie es die Gegner machen. «Sie wird für alle ein grosses Fest und ermöglicht Begegnungen mit Menschen weit über unsere Landesgrenzen hinaus.» Der Anlass werde bleibende Werte schaffen und Erlebnisse ermöglichen, von denen «unsere Kinder noch lange sprechen werden». So wie es Bruno Germann, der Gemeindepräsident von Dozwil, noch heute über die Expo 1964 in Lausanne tut. «Es war sensationell. Das werde ich nie vergessen.» Solche Erinnerungen seien letztlich unbezahlbar, findet Henauer.

Rechsteiner würde sich mehr Selbstbewusstsein wünschen. «Wir sollten etwas Mut beweisen und unsere Bescheidenheit überwinden.» Die Investition werde sich auf jeden Fall lohnen. Und die Schweiz könne sie sich auch leisten, meint Stephan Good, der Gemeindepräsident von Uttwil. «Die Expo wäre eine Gelegenheit, dem ganzen Land zu zeigen, dass wir keine Hinterwäldler sind.» Und allen zu beweisen, dass die Schweiz bei Winterthur nicht aufhört. «Jetzt haben wir die einmalige Gelegenheit, mit diesem Klischee aufzuräumen.»

Unbekannte Reize

Diethelm erinnert daran, dass bei der letzten Expo 10 Millionen Eintritte verkauft wurden. «All den Menschen, die zu uns kommen würden, könnten wir zeigen, wie schön es bei uns ist.» Viele wüssten gar nicht um die Reize der Ostschweiz, sagt Germann. «Wir haben den See oder den grössten zusammenhängenden Eichenwald Europas», so Urs Rutishauser, der Gemeindepräsident von Güttingen.

Die Expo02 dürfe kein Argument gegen die Expo2027 sein, meint Germann. «Die Landesausstellung in der Ostschweiz wird bodenständig sein.» Und nachhaltig, ergänzt Rutishauser. Wichtig für Henauer: «Sie soll nicht nur von Künstlern und Kulturschaffenden gestaltet werden.»

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