KESSWIL: Piraten trotzen dem Unwetter

Tambouren, Feuershow und Dampfboote: Das Hafenfest stand heuer im Zeichen der 1200-Jahr-Feier des Dorfes. Ein Platzregen und Sturmböen unterbrachen den Anlass.

Drucken
Teilen

Es waren einmal ein paar Väter mit ihren Kindern im Vater-Kind-Turnen. Sie wünschten sich ein Fest für Familien am See. Weil es das noch nicht gab, organisierten sie es selber.

Am vergangenen Samstag fand dieses Familienfest zum neunten Mal statt. Es heisst heute «Hafenfest Kesswil» – oder «Piratenfest» – und wird vom Verein Junger Wirtschafts- und Kulturkreis Kesswil und von der Kesswiler Seglervereinigung durchgeführt. Der Sinn und Zweck des Hafenfestes ist das gemütliche Beisammensein in familiärer Atmosphäre, selbstverständlich mit einer Festwirtschaft, an der es die berühm- ten Piraten-Spiessli gibt.

Der Himmel war fast schwarz

Die Veranstalter eröffneten das Kesswiler Hafenfest um 16 Uhr vor einer atemberaubenden Kulisse. Der Bodensee leuchtete türkisfarben. Auf der deutschen Seite war der Himmel fast schwarz. Die Festwirtschaft kam in Gang, und mit jeder Minute stieg die gute Stimmung. Zwei Dampfboote fuhren mit einem lauten Horn-Signal in den Hafen ein und boten Rundfahrten an. Gegen 18 Uhr kündigten sich vom Bahnhof her die geladenen Kreuzlinger Tambouren an und marschierten durchs Dorf.

Sie konnten ihr Konzert nicht beenden. Ein heftiges Gewitter fegte über das Dorf hinweg. Das Festzelt drohte abzuheben. Beat Schmid, Präsident des Vereins Junger Wirtschafts- und Kulturkreis Kesswil, erklärte das Fest für beendet. Die Prämierung der besten Piratenkostüme fiel buchstäblich ins Wasser.

Gäste zeigten sich solidarisch

Doch das Wetter beruhigte sich. Immer mehr Leute kamen zum Hafen. Überwältigt von der Solidarität der Gäste beschlossen die Veranstalter, das Fest weiterzuführen. Die Feuershow auf dem See mit Josef Stenz, die ebenfalls abgesagt worden war, fand doch noch statt. Am Sonntag nahmen Piraten und Segler die Festwirtschaft mit den unangetasteten Vorräten wieder in Betrieb – und die Leute strömten erneut zum Hafen.

Annika Hug

romanshorn@thurgauerzeitung.ch