KESSWIL: Nach acht Jahren ist Schluss

Gemeindepräsident Kurt Henauer stellt sich nicht nochmals zur Wahl. Der 59-Jährige gibt Ende Mai des nächsten Jahres sein Amt ab und konzentriert sich auf seinen Landwirtschaftsbetrieb.
Markus Schoch
Kurt Henauer auf dem Balkon des Gemeindehauses. (Bild: Reto Martin)

Kurt Henauer auf dem Balkon des Gemeindehauses. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Zwei Amtsperioden sind genug. Kurt Henauer hat gestern bekannt gegeben, dass er kein drittes Mal kandidiert. «Nach vielen Jahren Engagement in der Berufsbildung und im Verbandswesen der Landwirtschaft vor Antritt des Gemeindepräsidiums sehne ich mich wieder zurück in die Vollerwerbs-Landwirtschaft.» Mit seinem Sohn Roman möchte Henauer «noch einige Herausforderungen im biologischen Obst- und Landbau annehmen und auch weitere, längst angedachte Projekte anpacken.» Auch wenn er die vielen politischen Diskussionen vermissen werde und nicht alle Ziele erreicht habe.

Die Nähe zur Bevölkerung brachte auch Nachteile

In diesem Jahr werde er 60 Jahre alt. «Und ich möchte es nicht reuig sein, zugunsten einer weiteren Amtszeit meine Vision einer nachhaltigen, aber auch wirtschaftlich vertretbaren Vision nicht geprüft zu haben.» Komme hinzu, dass die letzten Jahre als Gemeindepräsident nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen seien. «Die Nähe zu allen Leuten und die Verbindungen als Landwirt mit Grund und Boden im Dorf brachten im Zusammenhang mit meinem Amt auch Nachteile mit sich.»

Die letzten Jahre an der Spitze von Kesswil seien intensiv, aber auch äusserst interessant und vielseitig gewesen. Als Quereinsteiger in die Politik habe er sich schnell wohl und von der Bevölkerung getragen gefühlt, sagt Henauer. «Auch weil sich die Einwohner von Kesswil stark mit dem Dorf identifizieren und sich rege am Gemeindeleben beteiligen würden. «Die Kesswiler machen mich immer wieder stolz.»

«Ich werde in den verbleibenden 15 Monaten weiter zielstrebig an den Projekten arbeiten und mit voller Kraft die anstehenden Aufgaben angehen», verspricht Henauer, der ein 40-Prozent-Pensum bei der Gemeinde hat.

Bei seiner erstmaligen Kandidatur 2011 hatte Henauer Konkurrenz. Karin Bétrisey machte ihm das Amt streitig mit dem Spruch «Wählen Sie mich – und Kesswil ist kess!» Die Wähler entschieden sich aber klar für den Meisterlandwirt, ehemaligen Feuerwehrkommandanten und Turner, der im Dorf aufgewachsen ist. Henauer erhielt 270 Stimmen, Bétrisey 177.

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